Hochseetauglichkeit
Hallo Allerseits!
Ich habe mittlerweile schon zig Meinungen über das Thema
Hochseetauglichkeit
gehört,
doch bitte ich um einen Link, der mir genau aufschlüsselt, was sie
definiert!
Gibt es irgendwo Gesetzetexte, wo sie festgehalten ist?
Danke und Grüße
Oliver
Hochseetauglichkeit
Hochseetauglichkeit
On Tue, 15 Jul 2003, Oliver Hladik wrote:
> Ich habe mittlerweile schon zig Meinungen
Hochseetauglichkeit
> Google mal zum Begriff "Auslegungskategorie". Hier findest Du auf
Anhieb
> alle Angaben, bei welcher Windstärke und Wellenhöhe ein Boot
einer
> bestimmten Kategorie noch sicher fahren kann...oder können
müßte :-)
danke für den Hinweis, gefunden habe ich auf
http://www.sidiblume.de/info-rom/europa/rl/1994/94 25.htm
A. HOCHSEE: Ausgelegt für ausgedehnte Fahrten, bei denen
Wetterverhältnisse mit einer Windstärke über 8 (Beaufort-Skala)
und
signifikanten Wellenhöhen über 4 m auftreten können und die
diese Boote
weitgehend aus eigener Kraft bestehen können.
B. AUSSERHALB VON KÜSTENGEWÄSSERN: Ausgelegt für Fahrten
ausserhalb von
Küstengewässern, bei denen Wetterverhältnisse mit einer
Windstärke bis
einschließlich 8 und Wellenhöhen bis einschließlich 4 m
auftreten können.
C. KÜSTENNAHE GEWÄSSER: Ausgelegt für Fahrten in
küstennahen Gewässern,
grossen Buchten, Flußmündungen, Seen und Flüssen, bei denen
Wetterverhältnisse mit einer Windstärke bis einschließlich 6
und
Wellenhöhen bis einschließlich 2 m auftreten können.
D. GESCHÜTZTE GEWÄSSER: Ausgelegt für Fahrten auf kleinen Seen,
schmalen
Flüssen und Kanälen, bei denen Wetterverhältnisse mit einer
Windstärke
bis einschließlich 4 und signifikanten Wellenhöhen bis
einschließlich
0,5 m auftreten können.
Boote der jeweiligen Kategorie müssen so ausgelegt und gebaut sein,
daß
sie der Beanspruchung nach diesen Parametern hinsichtlich Stabilität,
Auftrieb und anderen einschlägigen grundlegenden Anforderungen
gemäß
Anhang I standhalten und daß sie eine gute Manövrierfähigkeit
haben.
Hochseetauglichkeit
On 19 Jul 2003 12:14:57 -0700, Wolfram-Kaiser@gmx.de (Ossibaer) wrote
in de.rec.sport.segeln:
>Ich glaube bei einigen ging doch mal etwas quer bei den Beiträgen.
>
Was im Usenet nicht ungewoehnlich ist. Webfehler sind ein Zeichen fuer
Echtheit.
>Werbung lässt sich bei diesem teuren Hobby wohl nicht vermeiden. Ich
>kann also so manche harte Diskussion nicht nachvollziehen.
Musst Du auch nicht, nimm sie einfach so hin.
>
>Aber die letzten Beiträge stellen doch wieder die Ursprungsfrage in
>den Mittelpunkt.
>
>Ich meine aber das zwei Fragen wichtig sind:
>
>1. Das Schiff und der Ausrüstungszustand.
>2. Der Schiffsführer und die Crew.
Sind zwar keine Fragen, aber bleibt zu verstehen.
>
>Bei den Schiffen ist natürlich immer nur eine Grundausstattung
>vorhanden, irgendwoher muß der günstige Verkaufspreis ja auch
kommen.
Aehm, Du beziehst Dich jetzt auf Katalogpreislisten?
>Das fängt bei den Winschen an und geht über die Stabilität
der Saling
>und deren Verankerung (da sind bei beiden die unteren Durchmesser
>gerne in Anwendung).
Wuerdest Du guetigerweise versuchen, nach Ernuechterung diesem Satz
ein sinnhaftes Gepraege zu geben?
> Dann geht es über superleichte Ruderblätter bis
>hin zu schlecht reffbaren Großsegeln und nicht aus dem Cockpit
>bedienbare Holepunkte für das Vorsegel.
ACK, alles Argumente gegen eine Vielzahl von Schiffen, egal, aus
welchem Grundbaustoff aufgebaut.
> Aber das ist ja vielen
>bekannt, und davon leben viele Schiffsausrüster.
Ihr verbrieftes Recht.
>
>Leider wird bei vielen nur die Aussenhaut poliert und dann gehts nach
>dem Winterlager wieder raus. Und dann geht urplötzlich auf See kaputt,
>hat doch schon so lange gehalten.
Kommt selbst in so sicherheitsgepflegten Umgebungen wie Luftfahrt
(nicht ElCheapo, sondern Lusthansa et al.) vor.
>
>Ich halte auch normale Yachten mit mehr als 30 Fuß für
>hochseetauglich, aber nicht alle für schwerwetterfähig. Wichtig
ist
>der Ausrüstungszustand und die aktuelle Funktionsfähigkeit.
>
>Das zweitwichtigste ist die personelle Frage.
Andersrum, die Zusammensetzung der Besatzung und deren Befaehigung und
Faehigkeit zur selbstkritischen Einschaetzung der eigenen Kompetenz
stellt IMHO das wichtigste Kriterium der Seetuechtigkeit dar. Eine
besonnnene Crew wird darauf verzichten, auf einem flaetig
zusammengestoppelten Prahm das Schicksal herauszufordern. Ein Stuemper
kann auch auf einem Rettungsboot Schiffbruch erleiden.
>Hier sind Vorkenntnisse
>und genaue Vorbereitung unabdingbar. Jeder Skipper sollte sich immer
>die Frage stellen, habe ich genügend Erfahrung mit Schwerwettersegeln,
besser: er stellt diese Frage einem kompetenten Dritten, der es ihm
moeglichst objektiv sagt.
>hält mein Schiff und meine Crew das aus. Und da treffen die oben
>genannten Fragen auch zu.
...
Segeln, wo auch immer, ist nicht ohne Risiken. Risk assessment, also
die Abschaetzung des Gefaehrdungspotentials, muss zentrales Element
jeder Entscheidung sein. Dazu gehoert die (a priori nie vollstaendig
zu erreichende) Kompetenz, die Risiken dieser Daseinsform bestimmen zu
koennen. Eine Ueberschaetzung des Risikos ist dabei sicher weder
unehrenhaft noch zu negieren. Technische Beschaffenheit und
menschliches Vermoegen haben ihre Grenzen. Ihr Zusammenwirken wird
immer ein hoeheres Gesamtrisiko als alle Einzelgefaehrdungen
darstellen. Sich dessen bewusst zu sein und rechtzeitig nein sagen zu
koennen, ist IMHO gute Seemannschaft.
>
>Und da möchte ich die anderen im Forum fragen:
>- Ab wann tragt ihr denn Schwimmweste u. Lifeline (immer , nachts oder
>ab 8 bf.)
Vermutlich immer ne Ecke zu weit im Risikobereich.
>- Pinkelt ihr immer noch über Bord auf hoher See oder geht aufs Klo?
Da steht in der neuesten oder letzten Yacht ne interessante
Betrachtung: Scheint in den letzten Jahren weit weniger Unfaelle beim
AnsWantStellen gegeben zu haben, als die Sitzpinkelfraktion vermitteln
moechte. Zumindest ist man dort laenger vom Ausguck und der Pinne
weg... Und die Puetz im Cockpit ist da noch ne sozialvertraegliche
Alternative
>- Gibt es mehr als einen Schluck für Rasmus unterwegs
Die Frage ist zu unscharf.
>
>Also auch mal Fragen an uns selbst!
Sowieso.
Was wuerdest Du denn selbst auf Deine Fragen antworten?
U.
Hochseetauglichkeit
On 19 Jul 2003 12:14:57 -0700, Ossibaer wrote:
> Und da möchte ich die anderen im Forum fragen:
> - Ab wann tragt ihr denn Schwimmweste u. Lifeline (immer , nachts oder
> ab 8 bf.)
Nachts grundsätzlich - keine Diskussion. Sonst sobald es sich nicht mehr
nach Picknick in der Plicht anfühlt, sondern nach Segeln(tm). Mindestens
anpicken und normalerweise sollte die Crew (Halb-)Automatik Westen haben,
d.h. Lifebelt inner Weste integriert, also sobald angepickt auch Weste am
Start. Das Gefühl, obs notwendig ist, hängt aber auch vom Revier ab.
See
5-6 bei 5 bft auffer Ostsee fühlen sich anners an, als "in Böen
8" auffer
Adria mit dem Möchtegern-Gebläse names Bora.
> - Pinkelt ihr immer noch über Bord auf hoher See oder geht aufs Klo?
Bislang konnte mich noch nix davon abhalten den Löres innen Wind zu halten
;-)
Wir haben da allerdings seit einiger Zeit einen Kollegen mit dem Spitznamen
"The Bucket", weil der arme Kerl nach paar Stunden echt nicht mehr
anders
konnte *g* Unter Deck wollt er nicht, hehehe, und surfin pissin hat er sich
nich getraut.
> - Gibt es mehr als einen Schluck für Rasmus unterwegs
Natürlich, der bekommt immer ne volle Portion ;-)
cu,
ada
--
"Ich bin nur Mitsegler, ich hab auch keine Ahnung!"
Hochseetauglichkeit
Oliver Hladik meinte:
> doch bitte ich um einen Link, der mir genau aufschlüsselt, was sie
> definiert!
Eine sehr gute Hilfestellung zur Beurteilung der Seetüchtigkeit findest Du
unter www.isaf.org/offshore/ in den special regulations.
> Gibt es irgendwo Gesetzetexte, wo sie festgehalten ist?
Nein, die hohe See ist noch immer frei.
Und das ist auch gut so! [tm]
--
Gruss,
Tobias.
Hochseetauglichkeit
Thomas Erstfeld wrote:
> Ein locker eingebrachtes ich möchte euch ja keine Angst machen, aber
> ich würde es gerne sehen, wenn ihr Schwimmwesten und Lifebelt anlegt
> bringt auch ohne Diskussionen die gewünschte Wirkung. ;-))
Hilf meiner Erinnerung, war das kurz vor oder nach: "Ich kann sie nicht
halten!"
Munterbleiben
HC
Hochseetauglichkeit
> Da steht in der neuesten oder letzten Yacht ne interessante
> Betrachtung: Scheint in den letzten Jahren weit weniger Unfaelle beim
> AnsWantStellen gegeben zu haben, als die Sitzpinkelfraktion vermitteln
> moechte.
Ich habe bislang zwei leichtere Unfälle von Mitseglern bei der Benutzung
des Bordklos erlebt.
Einen wedelte es bereits wieder stehend mit herunter gelassener Hose von
innen gegen die Tür, die hielt aber nicht, so ging es halt durch die
Tür.
Im anderen Fall hob bei 30° Schräglage eine Welle den Ärmsten
kurz von
Trohn, leider klappte unter ihm der Deckel zu.