Re: Bootsmotor mit Automatikgetriebe?
Peter Schmitz wrote:
> Ich beabsichtige in der nächsten Zeit ein Motorboot selbst zu bauen.
> Dieses soll mit einem Innenborder (marinisierter PKW-Motor)
> ausgerüstet werden. Da ich nun der Meinung bin das ein Diesel etwas
> "sparsamer" ist als ein Benziner fiel meine erste Wahl darauf.
> Allerdings fehlt diesem die nötige "Enddrehzahl" im
Vergleich zu einem
> Benziner um auf Touren zu kommen.
Dafür hast Du mehr Drehmoment. Also einfach eine größere
Schraube oder eine
andere Übersetzung im Getriebe nehmen.
Meine Dieselmaschine macht max. 2800 Umdrehungen/Minute, mein Getriebe hat
2:1 als Übersetzung. Die Schraube muss sich nicht schnell drehen, damit
sie
ordentlich Schub macht, die ist einfach groß genug.
> Meine Idee ist nun zwischen dem Motor und dem Z-Antrieb ein
> Automatikgetriebe zuhängen, quasi im Austausch zur entsprechenden
> Getriebeglocke des Z-Antiebes.
Also mein Getriebe kennt nur vorwärts, rückwärts und
ausgekuppelt. Und ich
möchte eigentlich nicht, dass es zwischen diesen Möglichkeiten
automatisch
hin und her schaltet.
> Hat jemand von Euch mit so einem "Umbau" schon mal Erfahrungen
> gemacht?
Ich habe ehrlich gesagt noch nie ein Boot mit einem Schaltgetriebe (mit mehr
als einem Vorwärtsgang) gesehen. Gibts sowas überhaupt?
Nils
--
All persons have the right to be attracted to other objects in accordance
with the Laws of Gravity.
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Re: Bootsmotor mit Automatikgetriebe?
Re: Bootsmotor mit Automatikgetriebe?
Peter Schmitz schrieb:
> Meine Idee ist nun zwischen dem Motor und dem Z-Antrieb ein
> Automatikgetriebe zuh
Re: Bootsmotor mit Automatikgetriebe?
Moin Peter
Peter Schmitz schrieb:
> Ich beabsichtige in der nächsten Zeit ein Motorboot selbst zu bauen.
> Dieses soll mit einem Innenborder (marinisierter PKW-Motor)
Au, Scheiße!
> ausgerüstet werden. Da ich nun der Meinung bin das ein Diesel etwas
> "sparsamer" ist als ein Benziner fiel meine erste Wahl darauf.
Ack!
> Allerdings fehlt diesem die nötige "Enddrehzahl" im
Vergleich zu einem
> Benziner um auf Touren zu kommen.
Nein, der hat mehr Drehmoment, Beispiel wir haben vor Jahren einen Bayliner
von
7,4l V8 mit 350 PS auf einen 3,9l Diesel(Kompressor) mit 230 PS umgerüstet
und danach annäherndgleiche Fahrwerte erzielt Diesel ca 5kn langsamer
Beschleunigung fast gleich, Verbrauch auf ca 1/4 reduziert.
> Meine Idee ist nun zwischen dem Motor und dem Z-Antrieb ein
> Automatikgetriebe zuhängen, quasi im Austausch zur entsprechenden
> Getriebeglocke des Z-Antiebes.
Die Glocke brauchst du, da dort meistens ein Lager drin ist, das Getriebe
würde nur dann
Sinn machen, wenn dein Motor soviel Leistung abgibt, das du bei lansamer
Fahrt
Probleme bekommst z.B fahrt bei eingelegtem Gang über 7-8kn
>
> Hat jemand von Euch mit so einem "Umbau" schon mal Erfahrungen
> gemacht?
Jein, nur vom höhrensagen und da ging es meistens Schief!
>
> Und ist dies überhaupt möglich, oder ist nun von meiner Seite
ein
> Denkfehler vorhanden?
Es gab vor ewigen Zeiten mal für sowas eine Art Schubgliederbandgetriebe,
damit wollte man eine bessere Beschleunigung erhalten.
Mir ist aber nicht bekannt ob so eine Anlage jemals nach Europa gekommen
ist.
Die Abstimmung von Motor/Getriebe/Prop läuft eigentlich so ab,
das man eine Getriebeuntersetzung wählt, bei der man
möglichst viele Variationsmöglichkeiten in der Propelersteigung hat,
weil
der Druchmesser beim
Z-Antrieb reltiv fest/bzw beschränkt ist. Dann wird der Propeller
gewählt,
bei dem der Motor seine zulässige Höchstdrehzahl (nicht
Abregeldrehzahl!)erreicht.
Und fertig! Aber das kann man bei Z-Antrieben nicht ausreichend genau
berechnen,
da es sich ja meist um Gleiter handelt, daher ist Probieren das Mittel der
Wahl.
In diesem Sinne viel, sehr viel Spaß bei deinem Vorhaben.
Wir haben dafür passend zu den verschiedenen Motor/Getriebekombinationen
Papierlisten/diagramme um den theoretisch passenden Propeller auszuwählen.
Mein Rat, hol dir ne gute gebrauchte Anlage oder besser eine Neuanlage,
weil wenn du nicht sehr sehr viel selber bauen kannst wird deine
Marinisierung wesentlich teuerer (frag Georg!) und du bekommst u.U
Ersatzteilprobleme,
weil die Teile die du jetzt benutzt in 10 Jahren nicht mehr unbedingt
lieferbar sind!
MFG René Haar
--
Volvo Penta Vertragswerkstatt seit 1972 für Schiffs- und
Industriemotorenservice Ersatzteile- Service- Yachtelektrik-
Schiffbetriebstechnik
Tel: 0461/6085 Fax: 0461/6086
Re: Bootsmotor mit Automatikgetriebe?
Moin Ulli
Ulrich G. Kliegis schrieb:
> Bei Funktions- und Arbeitsschiffen, um Schleichfahrt zu ermoeglichen.
Da macht man das heute meist über sogenannte Schleichfahrt oder
Manöverventile,
die nur einen Teil des hydraulischen Steuerdrucks auf die Lamellenkupplungen
im
Getriebe leiten, wie beim Auto beim rangieren, da lässt man auch die
Kupplung schleifen
um lansamer zu fahren, nur das die Lamellen da nicht so drunter leiden.
Oder über Beipässe bei rein hydraulischen Getrieben.
> In der Lust- und Sportschiffahrt AFAIK nicht.
Doch bei großen Motorjachten mit hydraulischem Wendegetriebe.
MFG René
--
Volvo Penta Vertragswerkstatt seit 1972 für Schiffs- und
Industriemotorenservice Ersatzteile- Service- Yachtelektrik-
Schiffbetriebstechnik
Tel: 0461/6085 Fax: 0461/6086
Re: Bootsmotor mit Automatikgetriebe?
Peter Schmitz schrieb:
> Meine Idee ist nun zwischen dem Motor und dem Z-Antrieb ein
> Automatikgetriebe zuhängen, quasi im Austausch zur entsprechenden
> Getriebeglocke des Z-Antiebes.
Hallo,
falls Du bergauf bei verschiedenen Steigungen fahren würdest könntest
Du
so ein Getriebe vielleicht brauchen. Da es aber selbst flussaufwärts
keine nennenswerte Steigung gibt brauchst Du es nicht.
Oder hast Du vor gegen Sturm von verschiedenen Windgeschwindigkeiten
gegenan zu fahren?
Bye
Re: Bootsmotor mit Automatikgetriebe?
Peter Schmitz schrieb:
> Hallo,
> ich weiß das die Kategorie Segeln vielleicht nicht unbedingt die
> richtige ist, aber leider habe ich keine andere gefunden. Sorry...
> Nun aber zu meiner Frage.
>
> Ich beabsichtige in der nächsten Zeit ein Motorboot selbst zu bauen.
> Dieses soll mit einem Innenborder (marinisierter PKW-Motor)
> ausgerüstet werden. Da ich nun der Meinung bin das ein Diesel etwas
> "sparsamer" ist als ein Benziner fiel meine erste Wahl darauf.
> Allerdings fehlt diesem die nötige "Enddrehzahl" im
Vergleich zu einem
> Benziner um auf Touren zu kommen.
> Meine Idee ist nun zwischen dem Motor und dem Z-Antrieb ein
> Automatikgetriebe zuhängen, quasi im Austausch zur entsprechenden
> Getriebeglocke des Z-Antiebes.
>
> Hat jemand von Euch mit so einem "Umbau" schon mal Erfahrungen
> gemacht?
>
> Und ist dies überhaupt möglich, oder ist nun von meiner Seite
ein
> Denkfehler vorhanden?
Jo und Jo.
Erstes Jo: ZF baut 2-Gang Bootsgetriebe, allerdings für
HighspeedalltheHebelsOntheTable - Plasterennsemmeln. IMVHO nicht die
Preis- und/oder Leistungsklasse, die Du anstrebst.
Zweites Jo: Diesel, alles andere ist eben alles andere. Ist wie mit
Yoghurtbechern und richtigen (Stahl-) Booten. Und lass Dir nix erzählen
von der Bande anwesender Ignoranten: Wenn Du einen preiswerten (Rentner)
KFZ-Meister mit vollausgerüsteter Werkstatt samt Drehbank hast, einen
Motor wählst für den es einen Umbausatz gibt, bereit bist viel Zeit
mit
Teilesuchen zu verbringen - dann marinier selbst. Es geht, und wenn Du
Deine Zeit nicht rechnest (wie alle hier) dann lohnt es sich auch.
Ansonsten kaufe lieber bei René einen fertigen Motor mit passendem
Getriebe und Propeller. Spart Dir mindestens 4 Wochen Vollzeit - Arbeit.
Wenn Dich die Meinungen hier nicht genug abschrecken, surf mal rüber
zum palstek. Da gibt es das Kleine Marinier-Handbuch für Automotoren
von Michael Herrmann als CD. Lies es vorher, es spart 100-fach Dein Geld.
Georg (Unerschrockener Mercedes-Marinierer, der demnächst einen Stern
hinten am Spiegel fährt, sobald ich dem Mamfred seinen vom Auto geklaut
habe)
Steel is real
Re: Bootsmotor mit Automatikgetriebe?
Nils Ketelsen wrote in message
news:...
> Peter Schmitz wrote:
>
> > Ich beabsichtige in der nächsten Zeit ein Motorboot selbst zu
bauen.
> > Dieses soll mit einem Innenborder (marinisierter PKW-Motor)
> > ausgerüstet werden. Da ich nun der Meinung bin das ein Diesel
etwas
> > "sparsamer" ist als ein Benziner fiel meine erste Wahl
darauf.
> > Allerdings fehlt diesem die nötige "Enddrehzahl" im
Vergleich zu einem
> > Benziner um auf Touren zu kommen.
>
> Dafür hast Du mehr Drehmoment. Also einfach eine größere
Schraube oder eine
> andere Übersetzung im Getriebe nehmen.
>
> Meine Dieselmaschine macht max. 2800 Umdrehungen/Minute, mein Getriebe hat
> 2:1 als Übersetzung. Die Schraube muss sich nicht schnell drehen,
damit sie
> ordentlich Schub macht, die ist einfach groß genug.
>
> > Meine Idee ist nun zwischen dem Motor und dem Z-Antrieb ein
> > Automatikgetriebe zuhängen, quasi im Austausch zur
entsprechenden
> > Getriebeglocke des Z-Antiebes.
>
> Also mein Getriebe kennt nur vorwärts, rückwärts und
ausgekuppelt. Und ich
> möchte eigentlich nicht, dass es zwischen diesen Möglichkeiten
automatisch
> hin und her schaltet.
Hallo Nils,
bei meiner Frage mit dem Automatikgetriebe ist wohl etwas falsch
verstanden worden. Nicht das Getriebe selbst soll automatisch zwischen
vor und zurück hin und her schalten. Meine Überlegung ging dahin ein
PKW Getriebe zu nehmen. Dieses schaltet auf "D" abhängig von der
Motordrehzahl selbstständig hoch. Was meiner Meinung nach eine
Entlastung für den Motor ergeben sollte, da dieser nicht mehr in
Vollast gefahren werden muß und gleichzeitig eine höhere
Schraubenumdrehung...
>
> > Hat jemand von Euch mit so einem "Umbau" schon mal
Erfahrungen
> > gemacht?
>
> Ich habe ehrlich gesagt noch nie ein Boot mit einem Schaltgetriebe (mit
mehr
> als einem Vorwärtsgang) gesehen. Gibts sowas überhaupt?
Habe einen Bericht in der Yacht gelesen, wobei ein oder zwei Firmen
ein ähnliches Getriebe entwickelt haben und auch erfolgreich
einsetzen. Allerdings liegen die Kosten jenseits von "Gut und
Böse"
Peter
>
> Nils
Re: Bootsmotor mit Automatikgetriebe?
Peter Schmitz wrote:
> bei meiner Frage mit dem Automatikgetriebe ist wohl etwas falsch
> verstanden worden. Nicht das Getriebe selbst soll automatisch zwischen
> vor und zurück hin und her schalten. Meine Überlegung ging dahin
ein
> PKW Getriebe zu nehmen. Dieses schaltet auf "D" abhängig
von der
> Motordrehzahl selbstständig hoch. Was meiner Meinung nach eine
> Entlastung für den Motor ergeben sollte, da dieser nicht mehr in
> Vollast gefahren werden muß und gleichzeitig eine höhere
> Schraubenumdrehung...
Naja, man hat ja eine bestimmte Marschfahrt, die man anstrebt und dann fast
immer fährt. Diese ist eben Abhängig von der Rumpfform und der
Leistung der
Maschine.
Wähle die Schraube so, dass Du diese Marschfahrt ohne Vollast der Maschine
erreichst und gut ist. Dann hast Du noch Reserve um kurzfristig schneller zu
fahren, was an sich ja eine gute Sache ist.
Die Leistung bei einer bestimmten Motordrehzahl ist konstant, egal mit
welcher Übersetzung Dein Getriebe arbeitet.
Da beim Boot die Marschgeschwindigkeit über Wasser auch konstant ist
(nicht
wie beim Auto, das Bergab andere Belastungen hat als Bergauf) und die
Beschleunigung auch eher irrelevant ist (die Schraube muss im Gegensatz zu
den Rädern des Autos nicht langsam auf Drehzahl gebracht werden) gibt ein
solches Getriebe meines Erachtens wenig Sinn.
Du wirst mit einer guten Schraube und einer entsprechenden (festen)
Übersetzung am Getriebe wohl wesentlich mehr erreichen, als mit einem
Schaltgetriebe.
>> > Hat jemand von Euch mit so einem "Umbau" schon mal
Erfahrungen
>> > gemacht?
>> Ich habe ehrlich gesagt noch nie ein Boot mit einem Schaltgetriebe
(mit mehr
>> als einem Vorwärtsgang) gesehen. Gibts sowas überhaupt?
> Habe einen Bericht in der Yacht gelesen, wobei ein oder zwei Firmen
> ein ähnliches Getriebe entwickelt haben und auch erfolgreich
> einsetzen. Allerdings liegen die Kosten jenseits von "Gut und
Böse"
Steht da auch warum die das gemacht haben?
Nils
--
>Whats the job situation like in Auckland right now?
Right now its kind of quiet. Its better on weekdays, though.
[jabley@clear.co.nz (Joe Abley)]