Blitze auf dem Meer
Hallo,
Wer weis ob Blitze in den Alu Mast einschlagen können und wie man sich
dagegen schützten kann? Ich bin öfter im Mittelmeer durch Gewitter
gesegelt und es hat mich noch kein Blitz getroffen, ich fühle mich dabei
aber immer sehr unwohl. Weit und breit ist mein Alu Mast der höchste
Punkt.
Wenn ich geankert habe lasse ich im Gewitter die ganze Kette ins Wasser
und befestige mich mit einem Tau, damit kein direkter metallischer
Kontakt mit dem Meeresgrund besteht. Ist dies nötig oder genügt das?
Wer
hat sich da mehr Gedanken gemacht und Erfahrungen gesammelt?
Gruß
Juan
Blitze auf dem Meer
Blitze auf dem Meer
Juan Bassols schrieb:
> Wer weis ob Blitze in den Alu Mast einschlagen können
Ja sicher können sie...sogar mit Vorliebe in hohe metallische Punkte.
>und wie man sich dagegen schützten kann?
Dagegen? Gar nicht. Höchstens gegen die Folgen. Entsprechend starke
Wanten, Erdungspunkte usw.
> Wenn ich geankert habe lasse ich im Gewitter die ganze Kette ins Wasser
> und befestige mich mit einem Tau, damit kein direkter metallischer
> Kontakt mit dem Meeresgrund besteht. Ist dies nötig oder genügt
das?
Das kannst du dir eigentlich sparen. Nur unnötige Aktion..bracht dazu
noch viel Zeit wenn du mal schnell los willst oder musst.
Vielleicht ist es sogar schlechter..mit der Kette hast du wenigstens
einen dicken Erdungspunkt.
Gruß, Ralf
Blitze auf dem Meer
On Thu, 24 Jul 2003 09:42:29 +0200, gathen@gmx.net (Juan Bassols)
wrote in de.rec.sport.segeln:
>Hallo,
>
>Wer weis ob Blitze in den Alu Mast einschlagen können
Ich!
> und wie man sich
>dagegen schützten kann?
Mast legen. Gewitter meiden.
>Wenn ich geankert habe lasse ich im Gewitter die ganze Kette ins Wasser
>und befestige mich mit einem Tau, damit kein direkter metallischer
>Kontakt mit dem Meeresgrund besteht. Ist dies nötig oder genügt
das?
Wenn Du schon Angst vorm Blitz hast, solltest Du ihm auch eine bessere
Chance geben, Dein Boot nur als Leiter und nicht als zu zerstoerendes
Objekt zu sehen. Die Kette muss, wenn sie den Blitz ableiten soll, mit
dem Mast metallisch verbunden sein. Wenn der Blitz das Boot ueber die
Kette verlaesst, duerften einige deren Glieder hinterher miteinander
verschweisst sein. Im Wasser (zumal im salzigen MM-Wasser) verteilt
sich der Strom dann sofort, der Kontakt zum Grund ist voellig
irrelevant.
Befestige an allen Wanten dicke Kupferdraehte, die Du ins Wasser
haengen laesst. Nach dem Gewitter hol die aber bitte wieder rein.
Es ist ein Irrglaube, durch Isolation hochaufragender Metallteile
einen Blitzeinschlag vermeiden zu koennen. Zumal es bei Gewittern
meist regnet und damit eine leitende Verbindung hergestellt ist. Diese
genuegt ggf., eine aufragende Beule im Oberflaechenpotentialfeld
herzustellen, die dem Vorblitz, der erst die Voraussetzung fuer den
eigentlichen, entladenden Blitz schafft, den Weg weist.
Und stell Dich nicht an Mast oder Wanten oder Stagen. Wenn der Blitz
da durch faehrt, induziert sein elektromagnetisches Feld in Dir ein
Potential, das zur Folge hat, dass Du uns ueber die Folgen des
Einschlags mit ziemlicher Sicherheit nichts mehr berichten koennen
wirst.
Kauf Dir gleich ein Stahlschiff. Und bei Gewitter verziehst Du Dich
ins Bootsinnere. Besser ist das.
Es heisst uebrigens Seeleute, nicht Meerleute. Schiffe sind auf See,
auf dem hohen Meer findet man sie hoechstens in den Niederlanden(!).
Gruss,
U.
Blitze auf dem Meer
Wir hatten hier kürzlich einen Bericht eines Seglers in dessen
unmittelbarer Nähe der Blitz ins Meer schlug, so dass er die Wirkung
noch schmerzhaft spürte.
Das salzige Meer ist so gut leitend, dass es für den Blitz immer ein
homogenes, gutes Massepotential darstellt. Weder die Wassertiefe noch
dein kleines Böötchen, ob mit oder ohne Ankerkette oder
künstlicher
Erdung ändern an diesen Potentialverhältnissen irgend etwas
Wesentliches. Das heißt, der Blitz sucht nicht bevorzugt hohe Masten
oder überhaupt Boote, sondern geht zufällig irgendwo nieder, (z.B.
auch
in Deinen Mast).
Der zitierte Bericht bestkätigt mich. Würde der Mast den Blitz
anziehen,
wäre er nicht in weniger als einer Mastlänge Entfernung neben ihm ins
Wasser gegangen.
Kennt jemand überhaupt einen Fall, in dem ein Boot (< 20 m) auf offener
See vom Blitz getroffen wurde ? Ich nicht. Ich kenne aber einen Fall, in
dem ein am Steeg, also in Ufernähe, und in Süßwasser liegendes
Holzboot
mit Holzmast vom Blitz getroffen wurde. Der Blitz hinterließ vom Fitting
eines Wantes bis zur Wasseroberfläche eine Brandspur im Lack bzw. oberen
Holz. Sonst nichts. Wäre jemand an Bord gewesen, hätte er bestimmt
überlebt.
Hier hätte die von Ulrich vorgeschlagene Erdung wohl genützt.
Auf einer (Kunststoff)-Yacht mit Alu-Mast dürfte der Stromweg wohl immer
Mast-Kielschwein-Wasser lauten, also keine angesengte Außenhaut.
An Ulrich: Es gibt genug Fälle von Menschen die (auf dem Land) vom Blitz
direkt getroffen wurden und überlebten.
Martin
Blitze auf dem Meer
Im Artikel , gathen@gmx.net (Juan
Bassols) schreibt:
>Wenn ich geankert habe lasse ich im Gewitter die ganze Kette ins Wasser
>und befestige mich mit einem Tau,
Potzblitz. Du bestigst Dich mit einem Tau? Beim ankern? Mannomann.....
Im uebrigen gab es bei AWN mal son nicht stationaeren
Blitzableiter. Wie das Ding funktioniert kannse gefaelligst selbst im
Katalog nachlesen. Sollte glaube ich bei Bedarf an die Wanten
gehangen werden mit Verbindung zum Wasser. Ist doch was fuer den Werkstattwagen
des gewoehnlichen Charterers, oder?
moi ahoi
Man[der einen *Blitzableiter* werftseitig fest eingebaut hat mit Massekabel
zum Kiel und der darauf hofft die wissen was sie tun]fred
Blitze auf dem Meer
> Damit ueberlebst Du den Blitz dann auch eher, hast aber
> moeglicherweise ein Problem mit dem Wassereinbruch, der da rein kommt,
> wo kurz vorher der Erdungsschwamm durch die Wasserdampfexplosion wg.
> hoher Stromdichte verschwunden ist...
Ich denke, irgend wie müssen wohl viele einen mächtigen Graus vor
Gewitter haben, und überschätzten die Wirkung von Blitzen gewaltig.
http://www.foerdestadt.de/tauchen bei gewitter.pdf (1)
In diesem (sehr ernsthaftem) Artikel wird die Energie von
Blitzeinschlägen mit einigen 100 kWh angegeben.
http://www.foerdestadt.de/tauchen bei gewitter.pdf (2)
In diesem Artikel über die Gefahr durch Gewitter beim Tauchen ist gar
von bis zu 2000 kWh pro Blitz die Rede. Es wird zurecht festgestellt,
dass diese Energie aufgrund ihrer plötzlichen Umsetzung in Wärme
einer
Sprengkraft von 1000 kg TNT entspricht. Entsprechend sei die Wirkung auf
Taucher.
Spätestend hier wird deutlich, dass beide Werte deutlich zu hoch sein
dürften, ja geradu zu schon absurd sind. Eine Tonne TNT in einem See
gezündet, und in dem See gäbe es keinen lebenden Fisch mehr,
vieleicht
nicht mal mehr Wasser. Die Uferregion wäre wie nach dieser berühmten
Erdbebenwelle (wie heißt sie doch gleich ?) hofnungslos verwüstet...
Jeden Sommer gibt es in jedem unserer schönen Seen etliche
Blitzeinschläge. Von solchen Wirkungen habe ich aber noch nicht
gehört.
Ein üblicher Blitzableiter an Gebäuden hat einen Querschnitt von (ich
schätze) 50 qmm. Meist übersteht er einen Blitzschlag völlig
ohne
Beschädigung. Warum soll ein Erdungsschwamm mit einem Querschnitt von
10.000 qmm (?) plötzlich verdampfen ?
Lasst mal bitte die Kirche im Dorf !
Übrigens enden 60% der (bekannten) Fälle, in denen Menschen direkt
vom
Blitz getroffen werden, nicht tödlich.
Martin
Blitze auf dem Meer
Na, ich denk für so einen Schwamm ( wie muss ich mir den denn vorstellen?)
oder einen Blitzableiter hätt ich wohl gar keinen Platz auf meiner
Varianta.
Nun iss es aber so, dass ich zwischen den Bergen Segle und dazu noch im
Süsswasser. Also öftermals offene Himmelsschleusen und kein sehr gut
leitendes Wasser. Mein Mast steht in einem massiven Fuss, der wiederum durch
das Deck mit der Maststütze verschraubt ist (4x M6 oder so). Ob diese
Stütze
mit dem Kiel verschraubt ist, weiss ich nicht, auf jeden Fall läuft da
drin
ein Schwertfall an einem dünnen Stahlseil. Die Wanten enden natürlich
im
Kunststoff. Soll ich da jetzt was tun? Hmmmm.....
Ansonsten hört man hier ja alles mögliche zu diesem Thema: Von
Einschlägen
neben dem Boot, die alles IM Boot zerstörten - Mann Tot, elektronik ko,
über
abgeschmolzene Kiele bis hin zu Volltreffern ohne Wirkung hab ich schon
alles gelesen...
Gruss aus dem Regen
Markus
Blitze auf dem Meer
Martin Bohm schrieb:
>
> An Ulrich: Es gibt genug Fälle von Menschen die (auf dem Land) vom
Blitz
> direkt getroffen wurden und überlebten.
Hallo,
gibt auch genug Menschen die einen indirekten Blitzschlag an Land nicht
überlebt haben.
Bye