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Heizung - Neuanschaffung

Autor: Alexander Stielau

Ich werde mir diesen Winter eine Heizung fürs Boot anschaffen, ich fahre
viel in der Vor- und Nachsaison, und meine bisherige Lösung mit einem
transportablen Petroleumofen ist nicht wirklich perfekt.

- das Ding stinkt
- es steht meistens heiss im Weg rum
- Petroleum ist relativ teuer
- es ist jedesmal eine mittlere Schweinerei, nachzutanken
- und ich traue mich nicht, es über Nacht brennen zu lassen,
weil ich sonst evemtuell in den Abgasen sanft entschlummere.
- Temperaturmäßig ist es sonst nicht schlecht, das Ruderhaus kommt damit
durchgehend auf 27° :-)

Besonders wegen der Abgasfrage kommt für mich eigentlich nur eine
Festinstallation (mit Auspuff) in Frage.
Mein Boot ist eher schlecht isoliert (Alu :-), nach Abschalten der
Heizung hat man nach 30 Minuten ungefähr Außentemperatur, d.h., ich
möchte die Heizung im Winter durchlaufen lassen können.


Generell gibt es folgende Alternativen:

Die Dinger aus dem Yachtie-Bedarf, also Warmluftheizungen ala
Eberspächter, Truma, Webasto,...
http://www.boote-magazin.de/bto/boote artikel/show.php3?id=5&nodeid=3&nodeid=12&artikel=long

Generell kommen für mich nur Systeme, die mit Diesel laufen, ernsthaft
in Betracht. Ich will möglichst keinen weiteren Brennstoff an Bord,
Gas scheidet aus (nicht wegen Gefahr, sondern wegen des Aufwandes, die
Buddeln irgendwo korrekt unterzubringen).

Vorteile/Nachteile:
+ die Luft wird durch Ventilatoren und Rohrleitungen dahin gepustet, wo
es warm werden soll
+ damit ist ein Einbau im Maschinenraum möglich.
+ selbstansaugend
- verbraucht Strom
- machen Krach (nach meinem Gefühl erheblich)
- man sagt, die Ventilatoren und die anderen drehbaren Teile wären
eher auf gelegentlichen Betrieb in Übergangszeiten ausgelegt und nicht
auf Dauerbetrieb.
(man ist z.B. Michael Hermann (palstek Redaktion))


Als Alternative kenne ich von vielen Leuten, die es ernst meinen und die
die Kälte aber nicht den Winter hassen, Schiffsölöfen, wie z.B. von Refleks.
http://www.refleks-olieovne.dk/
bzw. http://www.toplicht.de/infos/pdf/reflexoefen.pdf

Wir haben so ein Ding z.B. auf der Nobile (38m Traditionssegler) und heizen
damit auch im Winter das ganze Schiff (mit Konvektion um den Ofen in der
Messe und Warmwasser im Rest des Schiffes) auf angenehme T-Shirt-Tragwärme.

Vorteile/Nachteile:
+ praktisch keine beweglichen Teile
+ geräuschlos
+ ohne Strom
- benötigt höher angebrachten Tagestank
- muss im zu heizenden Raum stehen
- braucht Zu- und Abluft
+ mehr oder weniger unkaputtbar


Eigentlich ist die Sache damit für mich klar, ich werde mir wohl so ein
Mini-Refleks-Dings anschaffen, eventuell sogar einen mit Heizschlange,
dann kann man später mal nen Heizkörper nachrüsten (wobei das Ulk ist,
im Vorschiff hab ich nen warmen Schlafsack).


Gibt es doch noch irgendwelche schlagenden Argumente für
Auto-Warmluftheizungen bzw. gegen Ölöfen? Oder gibt es die Gebläsedinger
auch in heavyduty-Ausführung?

Aleks



Heizung - Neuanschaffung

Autor: Wilk Morski



Heizung - Neuanschaffung

Autor: Wolfgang Broeker

Alexander Stielau schrub[tm]:
> Gibt es doch noch irgendwelche schlagenden Argumente für Auto-
> Warmluftheizungen bzw. gegen Ölöfen?

Kein schlagendes Argument, aber die Erfahrung, auf einer Reihe
von Ostsee-Charterungen in April und Oktober nie auch nur das
kleinste Problem mit einer Dieselheizung gehabt zu haben. So
ganz störanfällig scheinen diese Heizungen nicht zu sein, und
auch das Geräuschniveau bei nachts durchlaufender Heizung hat
mich nie sonderlich gestört.

Gruß - Wolfgang
--
*** "Die See schmeckt mir erst, wenn sie gar ist, ***
*** und gar ist sie erst, wenn sie kocht." ***
*** Nach "Seefahrt ist not!" von Gorch Fock ***
*** Tue, 07 Dec 2004 18:51 +0100 ***



Heizung - Neuanschaffung

Autor: Nils Ketelsen

Wolfgang Broeker wrote:

> Alexander Stielau schrub[tm]:
>> Gibt es doch noch irgendwelche schlagenden Argumente für Auto-
>> Warmluftheizungen bzw. gegen Ölöfen?
> Kein schlagendes Argument, aber die Erfahrung, auf einer Reihe
> von Ostsee-Charterungen in April und Oktober nie auch nur das
> kleinste Problem mit einer Dieselheizung gehabt zu haben. So
> ganz störanfällig scheinen diese Heizungen nicht zu sein, und
> auch das Geräuschniveau bei nachts durchlaufender Heizung hat
> mich nie sonderlich gestört.

Das Totschlagargument gegen diese Art von Dieselheizungen war fuer mich
immer, dass die nur benutzbar sind, wenn man Landanschluss hat. Ansonten
saugen die einem schneller die Batterien leer als man "schoen warm" sagen
kann. Und immer einen Jockel auf Deck durchlaufen lassen ist ja auch nicht
so der Knaller.

Nils
--
Well... It all started with a typo in a safe sex pamphlet. By the time
I discovered I didnt really have to use a condor every time, Id kind
of gotten used to them.
[bsvitavsky@mln.lib.ma.us in rec.arts.comics.dc.universe]



Heizung - Neuanschaffung

Autor: ignatios@fourier.cs.uni-bonn.de (Ignatios Souvatzis)

Nils Ketelsen schrub:

> Das Totschlagargument gegen diese Art von Dieselheizungen war fuer mich
> immer, dass die nur benutzbar sind, wenn man Landanschluss hat. Ansonten
> saugen die einem schneller die Batterien leer als man "schoen warm" sagen
> kann.

Ja, da fragt man sich nach dem Anlegen immer: "Opfere ich jetzt die letzte
50ct-Münze für den Strom oder für die Dusche?"

-is



Heizung - Neuanschaffung

Autor: Wolfgang Broeker

Alexander Stielau schrub[tm]:
> bzw. http://www.toplicht.de/infos/pdf/reflexoefen.pdf

Nach s/x/ks/ geht das etwas besser, also
http://www.toplicht.de/infos/pdf/refleksoefen.pdf

Gruß - Wolfgang
--
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*** und gar ist sie erst, wenn sie kocht." ***
*** Nach "Seefahrt ist not!" von Gorch Fock ***
*** Wed, 08 Dec 2004 09:59 +0100 ***



Heizung - Neuanschaffung

Autor: "Bernd J. Kaup"

Wenn man deine Frage (oder sollte ich sagen Statement) liest, ergibt
sich leicht, dass du mehr von der Sache verstehst als die meisten hier.

Die Antwort kannst du dir auch leicht selber geben: es gibt nicht "die"
ideale Bootsheizung. Es gibt nut Heizungen, die bei bestimmten
individuell verschiedenen Bedingungen leichter an das Hauptproblem
angepasst werden können.

Das Hauptproblem ist der ständige Kontakt des Bootes mit kaltem Wasser
(eine "gute" Isolierung verzögert lediglich den Wärmeausgleich, kann ihn
aber nicht verhindern) mit der Folge hohen Kalorienbedarfes, um eine
angenehme Raumtemperatur zu erzielen und das gleichzeitig absolut
mikrige Luftvolumen des Innenraumes, wobei die eingesperrte Luft sich
noch durch hohe Feuchtigkeit auszeichnet.
Fazit: die ideale Heizung arbeitet mittels Luftaustausch, wobei die
eingeblasene Luft eine Temperatur und Feuchtigkeit nahe der
"Wohlfühlmarke" hat. Sowas nennt man gemeinhin Klimaanlage.
Mit welcher Energieform, ob Strom aus der Steckdose oder dem Aggregat,
Gas oder festen oder flüssigen fossilen Brennstoffen, Bioalkohol oder
Biodiesel, die nötigen Kalorien zur Verfügung gestellt werden, ist
unerheblich, aber ohne geht es nicht.
Das Betriebsgeräusch eines Ventilators hängt mit dessen Drehzahl
zusammen, das Geräusch von Leitungen von deren Querschnitt, das Geräusch
von Luftauslässen von deren Öffnungsweite ab.

mfg
bjk



Heizung - Neuanschaffung

Autor: Alexander Stielau

Am Wed, 08 Dec 2004 01:15:19 +0100 schrieb Peter Köhlmann:

> Dann nehme eben einen Reflex-Ofen. Die Dinger benötigen gar keinen Strom,
> heizen toll und sind überaus sparsam.
> Ich habe so ein Ding auf meinem Boot, bei Minus-Graden reicht die kleinste
> Stufe, um das Schiff innen auf 17-20° zu bringen. Bei einem Tagesverbrauch
> von 3 Liter Diesel

Sehr schön.
Ich kenne eben nur die großen, und war mir nicht so ganz sicher, das die
kleinen eine auf die Größe bezogene vergleichbar Leistung zeigen.

Welchen genau hast Du?

Ich überlege, ob ich mir den kleinsten mit Heizspirale beschaffe, um die
Option für einen späteren Heizkörpereinbau im Vorschiff zu haben.
Hast Du zufällig einen mit Heizspirale?
Weißt Du, ob man diese trocken (also ohne angeschlossenen Heizkörper)
mitlaufen lassen darf? Bei Dickson geht das explizit, bei dem großen
Refleks auf der Nobile ist uns mal (anscheinend verursacht durch den Ausfall
der Umwälzpumpe) die Heizschlange geplatzt.
Aber das sind eben auch andere Dimensionen (Umwälzpumpe, vergleichsweise
riesige Heizkörper und Leistung).

Aleks



Heizung - Neuanschaffung

Autor: Alexander Stielau

Am Tue, 07 Dec 2004 19:03:13 +0100 schrieb Wolfgang Broeker:
> ganz störanfällig scheinen diese Heizungen nicht zu sein, und
> auch das Geräuschniveau bei nachts durchlaufender Heizung hat
> mich nie sonderlich gestört.

Wie die anderen schon schreiben - trotz Motorboot habe ich nicht
unbegrenzt Strom und bin auch selten in klassischen Marinas, wo der
Strom aus der Steckdose kommt.