Gegen die Segelpresse sind Fussballschiedsrichter Waisenknaben
Da habe ich mich doch dazu verleiten lassen, die Februar-Ausgabe der
Segeln zu kaufen, da eine CD mit Navi-Software dabei war (hat sich
aber nicht gelohnt, da es nur das übliche Werbezeugs von BecMarine war).
Gelesen habe ich das Blättchen natürlich auch und direkt im Editorial
finde ich folgenden Absatz:
<Zitat Anfang>
Wir haben nach dem Besuch der großen Herbstmessen allen Grund zur Sorge,
denn auf dem Bootsmarkt bahnt sich ein Preiskrieg an, der für die
gesamte Branche schädlich sein könnte. Da gibt es Werften aus Polen
oder
auch aus Frankreich, die mit Kampf-Preisen ihre Produkte auf dem Markt
positionieren. Das ist aus Sicht der Werften zwar legitim, könnte jedoch
dazu führen, dass künftig die Preise von den großen
Mitbewerbern aus
Frankreich und Deutschland immer weiter unterboten werden. Angesichts
des drohenden Wasser-Monopoly steht zu befürchten, dass nicht nur die
mit Dynamik auf den Markt drängenden Werften in Schwierigkeiten geraten,
sondern am Ende auch die Qualität leidet bzw. der Kunde das Nachsehen
hat.
<Zitat Ende>
Gemeint sein dürften die Boote von Delphia/Sportina aus Polen und Poncin
aus Frankreich. Die einen haben erhebliche Lohnvorteile und die anderen
die modernste Fertigungsstraße und gnadenlose Baukastenmentalität.
Beides dient der Kostensenkung.
Unangenehm stößt es dann auf, dass wenige Seiten weiter die Bavaria
46
Cruiser als 5-Sterne-Yacht tituliert wird und in 99% aller Bereiche die
Höchstpunktzahl erhält.
Der Dumpingpreis von ca. TEUR 170 wird natürlich nicht erwähnt und
auch
nicht, dass gerade Bavaria seit Jahren mit Dumpingpreisen den Markt auf
mischt. Das (die günstigen Preise) wird dann immer mit dem modernen und
kostensenkenden Fertigungsstandard begründet.
Jetzt gibt es drei Möglichkeiten:
1) die Zeitung ist die Werkszeitung von Bavaria,
2) der Redakteur wurde gekauft oder
3) die Zeitung war sauer, da sie die Modelle von Delphia und Poncin noch
nicht testen durften.
Und wenn eine Bavaria (ich habe bisher nur eine 42er gesegelt und das
war halt die übliche Chartereinheitskost) schon 5 Sterne bekommt, wie
wird dann eine HR oder ähnliche Boote bewertet?
Mein Fazit: Wenn die Yacht die Segler-Bravo ist, dann ist die Segeln
maximal die Segler-Bild (oder Segler-MAD, nur wird sie nicht als Satire
gekennzeichnet).
Gruß
Thomas
--
| @ @| "The chicken is now plantsching with the
X| | |X fish in the soup on the floor because of
[##V#] the running gag."
Gegen die Segelpresse sind Fussballschiedsrichter Waisenknaben
Gegen die Segelpresse sind Fussballschiedsrichter Waisenknaben
Am Mon, 21 Feb 2005 09:15:02 +0100 schrieb René Haar:
> Les mal die nächste oder übernächste Boote, da wird wohl
ein sehr
> interesannter Artikel drin stehen. Mehr darf ich leider nicht sagen.
Bitte gib noch mal nen Hinweis, wenn die fragliche Ausgabe draußen ist.
Ich schäme mich doch immer so, wenn ich die kaufe.
Aleks
Gegen die Segelpresse sind Fussballschiedsrichter Waisenknaben
Thomas Erstfeld <...> writes:
> Unangenehm stößt es dann auf, dass wenige Seiten weiter die
Bavaria 46
> Cruiser als 5-Sterne-Yacht tituliert wird und in 99% aller Bereiche die
> Höchstpunktzahl erhält.
B44 mit length+2? Da können Andreas oder ich nach O* einen
unabhängigen
Testbericht liefern, falls es interessiert...
> Und wenn eine Bavaria (ich habe bisher nur eine 42er gesegelt und das
> war halt die übliche Chartereinheitskost) schon 5 Sterne bekommt, wie
> wird dann eine HR oder ähnliche Boote bewertet?
Den Echten Metaxa gab es früher bis 7 Sterne... aber sind die jetzt nicht
von irgendwelchen Niederländern aufgekauft?
-is
Gegen die Segelpresse sind Fussballschiedsrichter Waisenknaben
Thomas Erstfeld schrieb:
> Jetzt gibt es drei Möglichkeiten:
>
> 1) die Zeitung ist die Werkszeitung von Bavaria,
> 2) der Redakteur wurde gekauft oder
> 3) die Zeitung war sauer, da sie die Modelle von Delphia und Poncin noch
> nicht testen durften.
Moin,
4) Bavaria ist lukrativer Werbekunde. Diese Abteilung gibt vor, wie ein
"Test" auszufallen hat, wer bei "Marktübersichten"
drin und im Urteil
vorn ist und wer gar nicht genannt wird.
Ist z. B. bei der TaucherBLÖD genauso. Sollte sich eine Zeitschrift mal
zu einem ehrlichen Urteil versteigen, wird sie vom Werbe-Großkunden mit
Entzug abgestraft.
Gruß
Jo
Gegen die Segelpresse sind Fussballschiedsrichter Waisenknaben
Servus Thomas,
hör besser auf, diesem Blatt zuviel Ehre durch Zitate anzutun. Ok-ok, hast
versehentlich eine Ausgabe *gekauft* (also nicht geschenkt bekommen),
peinlich-peinlich, aber kann passieren. Aber davon wird das Blatt auch
nicht mehr besser und bestenfalls schreibst Du es unter Fehlinvestition
ab, bevor noch größerer Schaden entsteht. ;)
Merke: Eine "segeln" bekommt man z.B., weil dies Bestandteil der
Mitgliedschaft des Kreuzeryachtclubs ist. Und Du kennst sicher die
Geschichte mit dem geschenkten Gaul...
Im übrigen hast Du natürlich recht: Der stellvertretende
Chefredakteur ist
offenbar mittlerweile Dauergast auf Mallorca. Dank einer ausreichend
breiten Modellpalette darf er dort jeden Monat eine andere Bavaria testen
- alleine für die peinlichen Käppi-Fotos von ihm gehörte er
schon
gefeuert. Über die Rollgroß meckert er auch nicht mehr wie in seiner
Anfangszeit - schätzungsweise gabs dafür von Bavaria mal welche
hinter
die Löffel.
Und bevor hier großer Protest aufbrandet: Ja, ab und an sind auch
interessante Beiträge dabei. Das ist halt so ein bißerl wie
Tauerngold
suchen: Ernähren kann man sich nicht davon, aber wenigstens ist man von
der Straße weg.
--
Gruss,
Tobias.
Gegen die Segelpresse sind Fussballschiedsrichter Waisenknaben
Joachim Warner haute in die Tasten:
> Ist z. B. bei der TaucherBLÖD genauso. Sollte sich eine Zeitschrift
mal
> zu einem ehrlichen Urteil versteigen, wird sie vom Werbe-Großkunden
mit
> Entzug abgestraft.
>
Der Haken dabei: Segelbootzeitungen haben ihre Groß-Anzeigenkunden
überweigend im Segelbootbaubereich. Da können zwei, drei Anbieter
durch
einen abgesprochenen Anzeigenboykott schon extrem Druck ausüben.
Allgemeine
Blätter wie der Spiegel haben es da leichter: Wer von der Schokopraline
bis
zum Beton-Lobbyistenverband alles drin hat, kann nicht so leicht
ausgebootet werden.
Die Alternative wären Blätter, die anzeigenfrei sind. Die wären
dann aber
auch nur noch halb so dick, und zwei Drittel der Einnahmen (mindestens)
würden fehlen. Also müsste das Blatt bei halbem Umfang statt
fünf Euro eben
15 Euro kosten. Das würden dann vielleicht noch ein Drittel der bisherigen
Kunden bezahlen, also müsste das Blatt statt 15 Euro 45 Euro kosten - das
würden dann aber noch weniger kaufen;-)
Scheiß Spiel, so einen Verleger reich zu machen...
Frank
--
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