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Zurueck vom Kroatien-Toern, gefakter Mayday, spassiger Tiefenmesser

Autor: "Alexander Schueller"

Bin frisch vom Sommertörn zurück (14 Tage Kroatien, Biograd - Dubrovnik und
zurück); war klasse, Törnbericht folgt in paar Tagen.

Bei einem Nachttörn von Rogoznica nach Korcula haben wir mehrere Stunden
lang einen Mayday-Relais von Split Radio empfangen über eine Yacht
Enterprise unter amerikanischer Flagge mit 6 Erwachsenen und 6 Kindern an
Bord; Feuer im Maschinenraum und Verletzten bzw. Toten; Position war
angegeben mit nordwest von Zirje (Insel nähe Murter). Wir waren da gerade
südlich Korcula, also mE zu weit weg, um bei der Suche zu helfen (fast 1 Tag
für unseren Dampfer). Die Mayday-Relais kamen die ganze Nacht bis ca. 5 Uhr
morgens. Wir konnten uns absolut nicht vorstellen, wieso die Yacht in dieser
Ecke bei STERNENKLARER Nacht, keinem Wind und Seegang 1-2 nicht gefunden
werden konnte (vor allem bei Feuer aufm Dampfer), da in dieser Ecke viel
Verkehr ist und auch mehrere größere Häfen sind (Sibenik, Murter etc.).
Gestern hab ich gegoogelt und siehe da, es war wohl ein Spaß eines
frischgebackenen RL-Besitzers, der mal sehen wollte, ob das mit dem Mayday
auch klappt, nur mal so zur Probe bzw. ob sein UKW klappt...

Die Frage ist nur... war ich wirklich zu weit weg oder hätte ich umdrehen
müssen? Was meint Ihr?

In der gleichen Nacht, ca. 1 Stunde vor dem Mayday, hab ich mich ein
bisschen mit Split Radio unterhalten. Ich habe für den Nachttörn extra eine
längere, dafür aber sehr sichere Route (keine Felsen und andere
Nettigkeiten) von Rogoznica nach Korcula gewählt. Westlich von Korcula
sollten Tiefen mindestens um 110m sein. Unser Echolot war scheinbar so nett,
ab ca. 106m kein Signal mehr zu erhalten. Statt einfach nichts oder konstant
106m oder wasweißich anzuzeigen, hat es uns immer geringere Tiefen
angezeigt. Naja, bis 50m war mir das alles ja noch egal, aber als es dann
unter 20m ging, und es auf etliche Seemeilen weit und breit keine Erklärung
durch die Karten gab, wurde ich doch nervös. Vor allem war die Anzeige sehr
plausibel (kein plötzliches Fallen von 106m auf 20, sondern schön langsam, a
b und zu wieder tiefer, dann wieder weniger...), so dass ich den Kurs um 180
grad ändern liess, GPS-Position und Position durch Peilung von Lichtern
bestimmt und verglichen hab. Hab dann andere Schiffe in der Gegend um
Auskunft gebeten und auch Split Radio angefragt. Keine Hilfe. Auf anderen
Kursen war es ähnlich, aber irgendwie haben wir uns dann durchgeschlichen
bis südlich Korcula. Sobald die Tiefe unter ca. 106m war, war alles wieder
OK. Na toll. Also wars vermutlich der Tiefenmesser. Bei der Rückgabe des
Schiffs in der Basis wußte man von diesem Verhalten nichts... Habt Ihr sowas
schonmal gehabt!?




Beste Grüße
Alex



Zurueck vom Kroatien-Toern, gefakter Mayday, spassiger Tiefenmesser

Autor: Wilk Morski



Zurueck vom Kroatien-Toern, gefakter Mayday, spassiger Tiefenmesser

Autor: Otto Koehn

Alexander Schueller schrieb:
> Bin frisch vom Sommertörn zurück (14 Tage Kroatien, Biograd - Dubrovnik und
> zurück); war klasse, Törnbericht folgt in paar Tagen.
>
> Bei einem Nachttörn von Rogoznica nach Korcula haben wir mehrere Stunden
> lang einen Mayday-Relais von Split Radio empfangen über eine Yacht
> Enterprise unter amerikanischer Flagge mit 6 Erwachsenen und 6 Kindern an
> Bord; Feuer im Maschinenraum und Verletzten bzw. Toten; Position war
> angegeben mit nordwest von Zirje (Insel nähe Murter).

Hallo, Alexander,
ja, das war ein Fake. Die kroatische "Tagesschau" hat darüber berichtet:
die SY "Enterprise " war ganz woanders, ich glaube in den USA (ist doch
ein alter Zwölfer vom Vorkriegs-AC). Wenn sie den Faker kriegen, wirds
teuer für ihn, sagten sie.
Gruß
Otto



Zurueck vom Kroatien-Toern, gefakter Mayday, spassiger Tiefenmesser

Autor: "Alexander Schueller"

Ach ja... hier ein Link zum Mayday:
http://216.239.57.104/search?qĘche:wikSbzWDSTUJ:minderheiten.orf.at/kroate
n/de/news/mi journal.htm+enterprise+zirje&hl



Zurueck vom Kroatien-Toern, gefakter Mayday, spassiger Tiefenmesser

Autor: "Alexander Schueller"

"Otto Koehn" schrieb im Newsbeitrag
news:bgnmjj$njp$05$1@news.t-online.com...
> Alexander Schueller schrieb:
> > Bin frisch vom Sommertörn zurück (14 Tage Kroatien, Biograd - Dubrovnik
und
> > zurück); war klasse, Törnbericht folgt in paar Tagen.
> >
> > Bei einem Nachttörn von Rogoznica nach Korcula haben wir mehrere Stunden
> > lang einen Mayday-Relais von Split Radio empfangen über eine Yacht
> > Enterprise unter amerikanischer Flagge mit 6 Erwachsenen und 6 Kindern
an
> > Bord; Feuer im Maschinenraum und Verletzten bzw. Toten; Position war
> > angegeben mit nordwest von Zirje (Insel nähe Murter).
>
> Hallo, Alexander,
> ja, das war ein Fake. Die kroatische "Tagesschau" hat darüber berichtet:
> die SY "Enterprise " war ganz woanders, ich glaube in den USA (ist doch
> ein alter Zwölfer vom Vorkriegs-AC). Wenn sie den Faker kriegen, wirds
> teuer für ihn, sagten sie.
> Gruß
> Otto
>

Jau - mindestens 70.000 Dollar plus Strafe. Waren verdammt viele Schiffe
beteiligt. Über UKW hab ich noch gehört, daß sich auch italienische
Kriegsschiffe beteiligt haben. Mindestens zwei Hubschrauber waren auch
unterwegs. Und wer weiß, was noch alles. :)



Zurueck vom Kroatien-Toern, gefakter Mayday, spassiger Tiefenmesser

Autor: Martin Bohm

Ulrich G. Kliegis wrote:

> (...)(was einer Signallaufzeit von ca. 10 bis
> 11 ms entspricht, Schallgeschwindigkeit im Wasser ca. 2000 m/s) (...)

Naja, die Schallgeschwingigkeit in Wasser ist 1485 m/s (reines Wasser
bei 20°C, aber Seewasser bei 25°C wird nicht weit daneben liegen)
(Den konnte ich mir nicht verkneifen)

Zum Problem der ungewissen Tiefe: Wenn die angezeigte Tiefe auf weniger
als 20 m fällt und es irgend welche Zweifel daran gibt, dass nur das
Echolot spinnen könnte, dann ist eigendlich eine Handlotung mit dem
guten alten Bleilot angesagt, oder ?

Martin



Zurueck vom Kroatien-Toern, gefakter Mayday, spassiger Tiefenmesser

Autor: Cornelia Schneider

Martin Bohm wrote in
news:bgqeo4$8jt$07$1@news.t-online.com:

> Zum Problem der ungewissen Tiefe: Wenn die angezeigte Tiefe auf
> weniger als 20 m fällt und es irgend welche Zweifel daran gibt,
> dass nur das Echolot spinnen könnte, dann ist eigendlich eine
> Handlotung mit dem guten alten Bleilot angesagt, oder ?

Das wollt ich auch gerade sagen.

Cornelia

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Zurueck vom Kroatien-Toern, gefakter Mayday, spassiger Tiefenmesser

Autor: "Alexander Schueller"

Tja der Gedanke kam mir natürlich auch, nur war keiner an der Hand - hätten
uns was basteln müssen, aber waren erstmal beschäftigt, die Position zig-mal
per GPS sowie über Peilung der sichtbaren Feuer gegenzuprüfen und die Karten
nochmals genauestens zu studieren. Jedoch war dort auf etliche Seemeilen
90-120m Wassertiefe. Als dann das Echolot 9m anzeigte, haben wir umgedreht
und uns einen anderen Weg gesucht...

Das nächste mal basteln wir uns was aus Eimer und Zweitanker als Lothilfe -
oder was nehmt ihr da auf Charteryachten?

"Cornelia Schneider" schrieb im Newsbeitrag
news:3f30c647.0@10.79.15.9...
> Martin Bohm wrote in
> news:bgqeo4$8jt$07$1@news.t-online.com:
>
> > Zum Problem der ungewissen Tiefe: Wenn die angezeigte Tiefe auf
> > weniger als 20 m fällt und es irgend welche Zweifel daran gibt,
> > dass nur das Echolot spinnen könnte, dann ist eigendlich eine
> > Handlotung mit dem guten alten Bleilot angesagt, oder ?
>
> Das wollt ich auch gerade sagen.
>
> Cornelia
>
> --
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>
> Support Transgenre Strasbourg : http://sts67.free.fr
> site personnel : http://surf.to/fofol



Zurueck vom Kroatien-Toern, gefakter Mayday, spassiger Tiefenmesser

Autor: "Alexander Schueller"

"Ulrich G. Kliegis" schrieb im Newsbeitrag
news:3fevivc94ignt1rhahbjdpnlo16driepmh@4ax.com...
> On Tue, 5 Aug 2003 09:25:06 +0200, "Alexander Schueller"
> wrote in de.rec.sport.segeln:
>
>
>
> Fehlkonstruktion des Echolots. Das Dir vorgegaukelte Messergebnis wird
> plausibel, wenn man sich die Wirkungsweise vor Augen haelt. Das Ding
> schickt in regelmaessigen Abstaenden einen Impuls los und bekommt ein
> Echo. Bei Tiefen unter 106 m (was einer Signallaufzeit von ca. 10 bis
> 11 ms entspricht, Schallgeschwindigkeit im Wasser ca. 2000 m/s) sendet
> es nach Empfang des Echos den naechsten Puls. Wartet es nun laenger
> als besagte ca. 11 ms, denkt es, da issnixx, und sendet nach einer
> kleinen Wartezeit den naechsten Puls. Auf den folgt jetzt aber das
> Echo aus dem vorhergehenden. Das Geraet haelt diesen fuer das Echo auf
> seinen letzten (n-1) Versuch und zeigt die Tiefe entsprechend falsch
> an. Das darauf folgende Echosignal verhallt wahrscheinlich ungehoert,
> es duerften sich recht interessante Interferenzmuster ergeben. Das
> Geraet zeigt aber nur die Ergebnisse aus tatsaechlich wieder
> empfangenen Echos an, die anderen verdattelt es vermutlich.
>
> Eine andere Moeglichkeit ist noch, dass sich in der (fehl-)angezeigten
> Wassertiefe eine Schichtung entwickelt hat, wo sich der Salzgehalt
> oder die Temperatur des Wassers sprunghaft aendert. Solch eine
> Grenzflaeche kann auch ein Echo geben. Es ist moeglich, dass Dein
> Geraet mangels eines starken Grundechos dann geglaubt hat, dass dieses
> schwache Grenzschichtecho das Echo vom Grund ist und dieses angezeigt
> hat. Du hast nicht zufaellig ein Tiefenprofil der Temperatur oder des
> Salzgehaltes aufgenommen? :) :)

Nicht wirklich :) aber meine Temperatur und Stirnwassersalzgehalt sind
gestiegen :)

>
> War das Geraet eher schlichter Art, halte ich Loesung 1 fuer
> wahrscheinlich, war es ein besseres Teil, kommt Loesung 2 in
> Betracht, dagegen spricht dann aber wieder der eingeschraenkte
> Tiefenbereich. Verrat doch mal, was fuer ne Kiste das war.

War ne gecharterte Sun Odyssey 36.2, ca. 6 Jahre alt. Die Bezeichnung des
Echolots fällt mir nicht mehr ein, war aber ein gängiger Typ, wie er häufig
auf in Kroatien gecharterten SOs zu finden ist...

> Die guten alten Seafarer-Echolote mit der umlaufenden Glimmlampe oder
> spaeter auch LED oder sogar ein richtiger Echograph sind da deutlich
> sicherer in ihrer Aussage. Sie zeigen auch Mehrfachechos an und
> ueberlassen dem Navigator die Bewertung des Signals.
>
> Der Tiefenalarm meines Navico-Echos springt z.B. regelmaessig an, wenn
> ich durch das blasige Schraubenwassers eines Schiffes fahre, oder wenn
> der Prop bei Hafenmanoevern Luft unter das Schiff wirbelt, oder ne
> Qualle unter dem Schiff rumzirkelt.

Tja, bei einem solchen Effekt wäre ich nur kurzfristig nervös geworden, aber
schätze, Du hast mit Deiner 1ten Erklärung recht, denn die (falschen)
Anzeigen waren durchaus konstant und gaukelten uns erfolgreich einen
bevorstehenden "Land(un-)fall" vor...

Beste Gruesse,
Alex