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Sterling - Lichtmaschinen Regler

Autor: Wilk Morski



Sterling - Lichtmaschinen Regler

Autor: Otto koehn

Hallo Gemeinde,
da ich der Ansicht war, daß die 50A-Lichtmaschine mit gerade mal 10A
Ladestrom einen gar zu geringen Beitrag zur elektroenergetischen
Autonomie des Bootes leistet, habe ich mir einen Sterling-Regler
"Pro-Digital" eingebaut. Hier ein kurzer Bericht über Einbau und Wirkung:
1.Situation:
Dehler 34 mit Motor Yanmar 2GM-20, je eine 100Ah Bord- und 100Ah
Starterbatterie, die auch für Funke und Ankerwinsch zuständig ist und
bei Bedarf auf das Bordnetz geschaltet werden kann. Beides offene
No-Name Traktionsbatterien (diese Batterien werden in einem "Fahrerlosen
Transportsystem" eines Fertigungsbetriebes im 2-Schicht Betrieb
eingesetzt und dort in "kleinen" Ladestationen mit 35A, in "großen" mit
50A jeweils in Minutenabstand und minutenweise geladen bzw. gequält. Die
Batterien stehen das etwa 2 Jahre durch).
Die Starterbatterie ist werftseitig mit dicken Schweißkabeln mit dem
Anlasser und dieser auf Plus mit 6 oder 8 qmm mit der LiMa verbunden,
die Bordbatterie wird auf Plus-Seite vom Anlasser-Anschluß über ein
Trennrelais und 6 qmm Kabel versorgt, Minus über gemeinsames dickes
Schweißkabel zum Motor. Bei Teilentladung bekommt die Bordbatterie einen
Ladestrom von knapp 10A, dabei Spannungsabfall von 0,4V zwischen
Trennrelais und Batteriepol. Der Ladestrom nimmt rasch ab auf 2-3 A.
Keine befriedigende Situation.

2. Umbau:
2.1 Sterling verlangt bei 50A-LiMa einen Kabel-Querschnitt von 16-25
qmm. Als erster Schritt wurden die 6er Kabel ab Anlasseranschluß durch
20 qmm Kabel und zwei Meßleitungen für den Regler ersetzt. Dieser
Arbeitsgang ist nicht vergnügungssteuerpflichtig, hatte aber einigen
Erfolg: Ladestrom 15A Spannungsabfall 0,22V. Immerhin war noch das dünne
Yanmar-Kabel von der LiMa zum Anlasser im Strompfad.
2.2 Die Hitachi-Lichtmaschine muß demontiert und eine Leitung an einen
der Schleifringanschlüsse gelötet werden. Der Vorgang ist in der
Sterling-Dokumentation detailliert beschrieben und unkompliziert, wenn
man einen Lötkolben bedienen kann.
2.3 Der Regler wird nach Batterie- und Lichtmaschinentyp eingestellt und
an freier Stelle im Motorraum angebracht. Er wird mit 11 Strippen (davon
7 über eine Sicherungsleiste von Conrad) mit LiMa und Bord-Batterie
verbunden. Hier muß man sich etwas durch die Kabelei von Yanmar und
Dehler durchlavieren, bis man die richtigen Anschlüsse findet - sie sind
vorhanden.
2.4 Da der Sterling Regler die Polspannung der Batterie abfragt, kann
das Bosch Trennrelais durch eine Trenndiode ersetzt werden, die mit
20qmm mit der Lichtmaschine verbunden wird. Jetzt sind alle Ladestrom
Leitungen auf 20qmm umgestellt und davon immerhin 9m verbaut!
3. Ergebnis:
3.1 Bei wiederum teilentladener Batterie und ohne Sterling Regler
stellt sich ein Ladestrom von wieder nur 10A ein - der Spannungsabfall
der Trenndiode kompensiert offenbar die verminderten Leitungsverluste.
3.2 Wird der Sterling Regler aktiviert fließt nach einer "Denkpause" von
1-2 Minuten ein Ladestrom von ca. 40A, der innerhalb etwa einer Stunde
auf 20A und später auf nahe 0 zurückgeht. Die LiMa wird richtig heiß
(hat aber Temperaturüberwachung), das A-Meter wird warm (kein Shunt,
Meßbereich nur 30A), Anschlüsse und die Batterie bleiben kalt, sie wird
in der Hochstromphase nicht mal handwarm.

Bin gespannt, wie lange die fünf Jahre alten Batterien das aushalten
werden - und muß mir noch eine Sicherung in die fetten Kabel einbauen.
Alles in allem: ich bin sehr zufrieden - zwanzig Minuten Dieselei hat
man alle Tage und dabei werden dann 10Ah geladen. Fein, das
50W-Solarpanel braucht dazu vier Stunden.

Stromreiche Grüße von der Adria
Otto