Re: Revierinfo Slowenien/Triest gesucht
Joachim Reinke meinte:
>> Die Istrische Küste ist eigentlich fest in der Hand von
Segelschulen,
>> die ab Portoroz in einer Woche bis Rovinj und wieder retour fahren.
> Das fiel mir noch auf. Wenn ich das richtig sehe, ist die Entfernung
> Portoroz-Rovinj oder Izola-Rovinj gerade mal 40 sm. Was machen die da
> eine ganze Woche lang?
Gute Frage - stelle ich mir retrospektiv auch. Nachdem der Tag 24 h hat,
ist das für mein unmaßgebliches Dafürhalten gerade mal ne
bessere
Tagesetappe.
Kringeldrehen, An- und Ablegen, Ein- und Auslaufen bei Tageslicht (die
Nachtfahrt ist eher ne Dämmerungsfahrt), rechtzeitig das Restaurant
aufsuchen, mit dem der Profiskipper natürlich (k)einen Vertrag hat. Der
Fokus liegt halt mehr beim Trainieren. Wobei es irgendwann auch langweilig
ist, wenn man den ganzen Tag die rechte Genuaschot bedient und das
Highlight des nächsten Tages der Wechsel zur linken Genuaschot ist.
So für das erste Mal auf nem größeren Boot ist das ganz okay,
aber nach
2..3 Tagen wird es langweilig. Segeln lernt man dort ja auch nicht.
--
Gruss,
Tobias.
Re: Revierinfo Slowenien/Triest gesucht
Re: Revierinfo Slowenien/Triest gesucht
Tobias Crefeld wrote:
> So für das erste Mal auf nem größeren Boot ist das ganz
okay, aber nach
> 2..3 Tagen wird es langweilig.
Vielleicht verstehe ich Dich da ja miß, aber bei den
Ausbildungstörns,
die ich gemacht habe (passiv u. aktiv), kam sicher keine Langeweile auf.
Weil wir uns nämlich wenig mit Streckensegeln aufgehalten haben. Die
Tage waren mit Manövern bestens ausgefüllt. Wobei wir auch fast bis
zum
Erbrechen Achter gefahren sind in allen möglichen Variationen. Bei
entsprechend Wind ist das kräftemäßig schon anspruchsvoll. Auf
jeden
Fall saßen danach Wende und Halse wie eine Eins. Und bei der Prüfung
ist
auch niemand durchgefallen :)
> Segeln lernt man dort ja auch nicht.
An der istrischen Küste oder bei der Segelausbildung ganz allgemein?
Manfred
Re: Revierinfo Slowenien/Triest gesucht
Hallo Manfred,
> Vielleicht verstehe ich Dich da ja miß, aber bei den
> Ausbildungstörns, die ich gemacht habe (passiv u. aktiv), kam sicher
> keine Langeweile auf. Weil wir uns nämlich wenig mit Streckensegeln
> aufgehalten haben.
Hmm? Aber gerade die Strecke, mit wechselndem Seegang, Wind, Kursen,
Wetter, Küste und Entfernung zum gesetzten Etappenziel ist es doch, was
die Angelegenheit interessant macht, oder nicht?
> Die Tage waren mit Manövern bestens ausgefüllt. Wobei wir auch
fast
> bis zum Erbrechen Achter gefahren sind in allen möglichen
> Variationen.
Aber das ist doch "brainkilling", oder?
Ich fand es bislang immer besser, die Manöver-Übungen zeitlich zu
verteilen und lieber immer mal wieder 1-2 h Manöver zu üben also
tagelang am Stück.
Ok, Hafenmanöver sind da was anderes, die kann man ja
"draußen" nicht
einfach mal alle paar h üben, da kann man ja durchaus auch mal einen Tag
am Stück drauf verwenden (jenachdem, wieviele Auszubildende dabei sind).
Wobei ich jetzt mal die Praxistauglichkeit eines Manövers a la "Wir
legen mal mit 2 sm Anlauf bei auflandigem Wind seitlich an einen absolut
leeren Steg an" in Frage stelle...
> Bei entsprechend Wind ist das kräftemäßig schon
> anspruchsvoll.
Das glaub ich Dir gerne. Aber geistig?
> Auf jeden Fall saßen danach Wende und Halse wie eine Eins.
Äh ja. Aber hätte man die nicht auch "unterwegs" üben
können?
> Und bei der Prüfung ist auch niemand durchgefallen :)
Ein Bekannter erzählte mir von der SKS-Praxis-Prüfung, die er auf
Elba
hatte. Da war auch eine junge Dame, die nach ihm die Prüfung machte. Als
das Schiff sich auf die Backe legte, weil sie den gewünschten
Am-Wind-Kurs fuhr, sprang sie vom Steuer und weigerte sich, wieder
zurückzugehen. Das wäre ihr viel zu gefährlich und sie
könnte hier für
nichts mehr garantieren! Sie war auch durch gutes Zureden des Skippers
und des Prüfers nicht dazu zu bewegen, zurück ans Rad zu gehen.
Aber auch bei der Prüfung ist niemand durchgefallen ;-)
Gruß,
Joachim
PS: Kennt eigentlich irgendwer jemanden, der bei einer SKS-Prüfung mal
durchgefallen ist? Ich kenn keinen.
PPS: Nein, ich will damit nicht sagen, daß Deine Ausbildung schlecht war.
Re: Revierinfo Slowenien/Triest gesucht
Joachim Reinke wrote:
> Hmm? Aber gerade die Strecke, mit wechselndem Seegang, Wind, Kursen,
> Wetter, Küste und Entfernung zum gesetzten Etappenziel ist es doch,
> was die Angelegenheit interessant macht, oder nicht?
Sicher. Nur wird das in der Prüfung nicht gefordert. Da wollen die
Prüfer Boje-über-Bord und Manöver sehen. Sowas lernt man nicht,
wenn man
den ganzen Tag lang auf einem Bug von A nach B segelt.
> Ich fand es bislang immer besser, die Manöver-Übungen zeitlich
zu
> verteilen und lieber immer mal wieder 1-2 h Manöver zu üben also
> tagelang am Stück.
Ganz so hab ichs ja auch nicht gemeint. Manöver ist/war halt ein
Schwerpunkt. Lieber zwischendurch mal 1-2 h segeln wie nur Strecke
machen und zwischendurch mal 1-2 h üben. Gerade bei einer Crew mit wenig
bzw. null Vorkenntnis führt am Üben kein Weg vorbei.
>> Bei entsprechend Wind ist das kräftemäßig schon
anspruchsvoll.
> Das glaub ich Dir gerne. Aber geistig?
Ganz sicher. Mir gings nämlich auch darum, daß das Zusammenspiel der
Crew klappt. Sprich daß nicht alle teilnahmslos rumsitzen, wenn der
Steuermann mal einen "Hänger" hat und Kommandos vergißt.
Da ist
Konzentration angesagt, nicht nur Muckis beim Schotenziehen.
>> Auf jeden Fall saßen danach Wende und Halse wie eine Eins.
> Äh ja. Aber hätte man die nicht auch "unterwegs"
üben können?
Vielleicht. Aber sicher nicht in dem Maß. Und meine Intention war eben
die, daß die Leute die Prüfung bestehen (was sie auch alle ohne
Ausnahme
haben). Was nützt ein netter Ausbildungstörn, wenn danach die
Hälfte
durchrasselt und Zeit und Geld für einen weiteren Törn investiern
muß?
Gut, die Segelschule verdient damit mehr Geld. Ob es auf die Dauer auch
mehr Kunden bringt, lasse ich mal dahingestellt sein.
> PS: Kennt eigentlich irgendwer jemanden, der bei einer SKS-Prüfung
> mal durchgefallen ist? Ich kenn keinen.
Ich hab damals schon von einigen gehört.
Manfred