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Informationen zum SSS

Autor: Manfred Handschuher

Joachim Reinke wrote:

> Und ich nehme an, der Prüfer konnte auf 2 kbl genau astronomisch einen
> Ort bestimmen, so daß er die Aufgabe zweifelsfrei für bestanden oder
> nicht bestanden erklären konnte, ja?

Astronomisch nicht. Aber der Gag an der Sache war, daß der Punkt auch so
eindeutig zu bestimmen war, weil der Punkt nämlich a) genau in einer
Deckpeilung und b) auf einer Tiefenlinie lag. Und wenn die Tiefenlinie
dort nicht allzu weit auseinander liegen, dann schafft man das mit den 2
Kabellängen :) . Man muß das nur erkennen ...

Manfred



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Autor: Wilk Morski



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Autor: Joachim Reinke

> Astronomisch nicht. Aber der Gag an der Sache war, daß der Punkt auch so
> eindeutig zu bestimmen war, weil der Punkt nämlich a) genau in einer
> Deckpeilung und b) auf einer Tiefenlinie lag. Und wenn die Tiefenlinie
> dort nicht allzu weit auseinander liegen, dann schafft man das mit den 2
> Kabellängen :) . Man muß das nur erkennen ...

Meine Güte... man kann die Leute auch wirklich zwiebeln...

D.h. mit der gegebenen Koordinate solltest Du ungefähr folgendes tun:

1. Unter Deck gehen und sie in der Karte aufsuchen.
2. Schauen, welche Landmarken und Tiefenlinien Dir bei
dieser Koordinate helfen.
3. Erkennen, daß diese Koordinate in einer Deckpeilung
und genau auf einer Tiefenlinie liegt.
4. Dorthin segeln.
5. Schätzen, wieviel Ankerkette Du brauchst und berechnen,
wie lang sich diese in ihrer charakteristischen
hyperbelastförmigen Art legen wird (Projektion der Länge
auf die x-Achse in der sphärischen Geometrie).
6. Genau diese berechnete Länge von der erreichten Position
aus aufkreuzen.
7. Dann Anker fallen lassen mit der geschätzten Länge
an Kette.
8. Achteraus treiben lassen.
9. Tampen an die Baumnock, über die Vorschiffsklampe
auf die Winsch und dichtholen, um den Baum mit
Großsegel backzustellen.
10. Vorsegel ausgebaumt auf der anderen Seite backstellen.
11. Unter Segeln eindampfen.
12. Segel runter. Ankerwache einteilen.
13. Nächster Prüfling: Rückwärts in die Box einparken unter Spi.

;-)

Ankert es sich eigentlich gut bei eng beineinander liegen Tiefenlinien?
Hatte bislang immer versucht sowas zu vermeiden.

Gruß,
Joachim



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Autor: "Folkert Janssen (Folki)"

HC Ahlmann wrote:

>
> Schöner Widerspruch zwischen beiden Absätzen: Mal dämpft das
> Trägheitsmoment, mal verstärkt es die Rollbewegung in beiden Richtungen.
>
> Die Unterbringung des Bierkastens verändert lediglich die Eigenfrequenz
> der Rollbewegung, aber hat keinen unmittelbaren Einfluß auf die Dämpfung
> der Rollbewegung.
>

Hallo,

ich halte die Masttop Loesung fuer falsch. Zwar wird das
Traegheitsmoment vergroessert, aber auch die Winkelrichtgroesse (das
aufrichtende Moment) verkleinert.

Wenn ich davon ausgehe, dass die Daempfung der einmal angeregten
Schwingung nur durch den Widerstand des Kiels im Wasser zustande kommnt,
hat ein zusaetzlicher Massepunkt keinen Einfluss auf die Daempfung der
Schwingung.
Natuerlich ist die Eigenfrequenz (omega = sqrt(D/J), mit omega=Freq, D
Richtmoment und J Traegheitsmoment) eine Groesse, die veraendert wird.
Die Stabilitaet des Kahns sollte aber nicht unberuecksicht bleiben.

Zwei Beispiele: Bei einem Segelboot ohne Mast wuenscht man sich etwas
weniger Stabilitaet, also einen zusaetzlichen Massenpunkt oberhalb der
Drehachse, um ein ausgleichendes Rollen des Kahns zu ermoeglichen.
Bei einem kleinen Jollenkreuzer wuerde man sicherlich nicht freiwillig
irgendwelche Massen in den Mast bringen, weil man um die Stabilitaet des
Boetchens fuerchtet.

Die Aussage "Bierkaesten immer in den Mast" ist daher wohl zu pauschal.

Gruesse
Folki



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Autor: Manfred Handschuher

Joachim Reinke wrote:

> Meine Güte... man kann die Leute auch wirklich zwiebeln...

a) handelte es sich hierbei um eine praktische Prüfung zum C-Schein. Ich
finde, daß das einigermaßen angemessen ist.

b) hat das schon ein "Gschmäckle". Die Prüfung fand nämlich vor Elba
statt, der Prüfer kam aus einer ortsansässigen Segelschule, der
Ausbildungsdampfer jedoch nicht. Mit sowas hält man sich gerne die
Konkurrenz vom Leib.


> 9. Tampen an die Baumnock, über die Vorschiffsklampe
> auf die Winsch und dichtholen, um den Baum mit
> Großsegel backzustellen.
> ...

Für Prüfungszwecke sollte das nicht mehr nötig sein. Das eigentliche
Ziel, nämlich das Erkennen der örtlichen Gegebenheite, wurde ja erreicht.

Manfred



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Autor: hc.ahlmann@gmx.de (HC Ahlmann)

Dirk Thierbach wrote:

> Sehe ich nicht direkt. Warum? (Ich war bis jetzt zu faul, die DGL
> aufzustellen, mache ich aber notfalls auch). Oder ist der Punkt
> "unmittelbar"? Das haengt wohl eher davon ab, wie man rechnet.

Der Punkt ist "unmittelbar". Mit veränderter Eigenfrequenz wird auch die
Kielflosse schneller (höhere Dämpfung) oder langsamer bewegt, aber es
gibt auch Segler ohne Kielflosse, z.B. Großsegler und Kielschwerter.

> Also hat die Unterbringung des Bierkastens sehr wohl einen Einfluss
> auf die Daempfung, auch wenn Du das indirekt ueber die Eigenfrequenz
> begruendest.

Masseverlagerung ändert nichts an der Energie, die aus dem System
abgegeben wird (das ist Dämpfung). Masseverlagerung ändert die
Verteilung der Energie auf kinetische und potentielle Anteile
quantitativ (ändert die Amplitude und Rollgeschwindigkeit) sowie
zeitlich (ändert die Eigenfrequenz).

Dämpfung verkleinert die Amplitude mit fortschreitender Zeit, sie wird
durch Reibung (rauher Rumpf) oder Strömungswiderstand (Segel- und
Lateralfläche) erzeugt und ist geschwindigkeitsabhängig. Reibung und
Strömungswiderstand gegenüber dem umgebenden Medium Luft können bei
einem Bierkasten an Deck oder am Masttop vernachlässigt werden, treten
beim Bierkasten in der Bilge nicht auf und der verlagerte Bierkasten
ändert weder Segel- noch Lateralfläche: Verlagerung des Bierkastens
dämpft nicht, denn es hat keinen zeitlichen Einfluß auf die Amplitude.

Folglich bleibt nur, durch Anpassung der Eigenfrequenz an die
Erregerfrequenz die Einkopplung von Energie in den Schwinger (die
Anfachung) zu verkleinern; d.h. Zufluß verkleinern, weil Abfluß nicht
vergrößert werden kann.

Der Prüfer, der nach Bilge oder Deck fragte, sollte also noch dazu
sagen, ob er lieber langsam mit großer Amplitude oder schnell mit
kleiner Ampitude rollen möchte. Oder vom Prüfling die Darlegung des
Sachverhalts erwarten, um Kenntnis von des Prüflings Wissenstand zu
erlangen.

BTW: Der Zusammenhang ist in <http://de.wikipedia.org/wiki/Schwingung>;
recht gut dargestellt.
--
Munterbleiben
HC



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Autor: Thomas Erstfeld

HC Ahlmann schrieb:

> Eine Anbringung am Kiel oder gar in Mastlänge unter dem Kiel hätte
> hingegen mehrere Vorteile:
> - das Bier bleibt kühl und ist dem Zugriff besser entzogen,

Zumindest das mit dem "kühl bleiben" dürfte Ende August im Mittelmeer
nicht funktionieren und für die meisten Buchten/Häfen wäre dann auch der
Tiefgang zu groß.

Ich bin für Dosenbier (in Griechenland ohne Pfand) in der eisgekühlten
Kühlbox unter Deck. Die geringfügigen Veränderungen von Rollbewegungen
u.ä. nehme ich dabei gerne in Kauf, Hauptsache es gibt ein kaltes
Anlegerbier.;-))

Gruß
Thomas

P.S.: Flug schon gebucht?

--
* Deutschland, ein Wintermärchen *
* Handballweltmeister 2007 *
* 04.02.07 Kölnarena *
* Deutschland *



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Autor: Martin

HC Ahlmann schrieb:
> Dirk Thierbach wrote:
>
>> Sehe ich nicht direkt. Warum? (Ich war bis jetzt zu faul, die DGL
>> aufzustellen, mache ich aber notfalls auch). Oder ist der Punkt
>> "unmittelbar"? Das haengt wohl eher davon ab, wie man rechnet.
>
> Der Punkt ist "unmittelbar". Mit veränderter Eigenfrequenz wird auch die
> Kielflosse schneller (höhere Dämpfung) oder langsamer bewegt, aber es
> gibt auch Segler ohne Kielflosse, z.B. Großsegler und Kielschwerter.
>
>> Also hat die Unterbringung des Bierkastens sehr wohl einen Einfluss
>> auf die Daempfung, auch wenn Du das indirekt ueber die Eigenfrequenz
>> begruendest.
>
> Masseverlagerung ändert nichts an der Energie, die aus dem System
> abgegeben wird (das ist Dämpfung). Masseverlagerung ändert die
> Verteilung der Energie auf kinetische und potentielle Anteile
> quantitativ (ändert die Amplitude und Rollgeschwindigkeit) sowie
> zeitlich (ändert die Eigenfrequenz).
>
> Dämpfung verkleinert die Amplitude mit fortschreitender Zeit, sie wird
> durch Reibung (rauher Rumpf) oder Strömungswiderstand (Segel- und
> Lateralfläche) erzeugt und ist geschwindigkeitsabhängig. Reibung und
> Strömungswiderstand gegenüber dem umgebenden Medium Luft können bei
> einem Bierkasten an Deck oder am Masttop vernachlässigt werden, treten
> beim Bierkasten in der Bilge nicht auf und der verlagerte Bierkasten
> ändert weder Segel- noch Lateralfläche: Verlagerung des Bierkastens
> dämpft nicht, denn es hat keinen zeitlichen Einfluß auf die Amplitude.

Schön beschrieben bis hier.

> Folglich bleibt nur, durch Anpassung der Eigenfrequenz an die
> Erregerfrequenz die Einkopplung von Energie in den Schwinger (die
> Anfachung) zu verkleinern; d.h. Zufluß verkleinern, weil Abfluß nicht
> vergrößert werden kann.

Eine Anpassung an die Erregerfrequenz wird es so nicht geben können, die
Erregerfrequenz ist chaotisch. Die Einkopplung (Anfachung) wirst Du
daher auch nicht definiert ändern können, aber:
>> Masseverlagerung ändert die
>> Verteilung der Energie auf kinetische und potentielle Anteile
>> quantitativ (ändert die Amplitude und Rollgeschwindigkeit) sowie
>> zeitlich (ändert die Eigenfrequenz).

> Der Prüfer, der nach Bilge oder Deck fragte, sollte also noch dazu
> sagen, ob er lieber langsam mit großer Amplitude oder schnell mit
> kleiner Ampitude rollen möchte.

Nö, weil keine gleichförmigen Wellen. Rollen also nur Langsamer und mit
kleinerer Amplitude. Indem die Wellenenergie von unserem Jollenkreuzer
weniger in Rollen und mehr in anheben/senken und seitliches Versetzen
umgesetzt wird.

MfG
Martin



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Autor: Dirk Thierbach

HC Ahlmann wrote:
> Masseverlagerung ändert nichts an der Energie, die aus dem System
> abgegeben wird (das ist Dämpfung).

Ah, Kommunikationsproblem gefunden. Ersetze "Daempfung" durch
"kleinere Amplitude" (= weniger Rollen, "gedaempfteres" Rollen).

Die Energie, die durch Reibung aus dem System abgegeben wird, ist
gegenueber der externen Einwirkung durch die Welle wohl eher
vernachlaessigbar, deshalb habe ich ueberhaupt nicht daran gedacht.

- Dirk