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Gang einlegen unter Segel oder nicht?

Autor: Ulrich G. Kliegis

On Tue, 15 May 2007 14:19:11 +0200, Matthias Heuer
wrote in de.rec.sport.segeln:


>Faltpropeller < ausgekuppelter mitdrehender Festpropeller < einen
>Wellengenerator antreibender Probeller < festesetzter (Bremse ||
>Kupplung ) Propeller

Gibt es da womöglich auch noch Unterschiede zwischen im Vorwärts- und
im Rückwärtsgang festgesetzten Props? Links- und rechtsdrehenden?

Duggundwech,
U.



Gang einlegen unter Segel oder nicht?

Autor: Wilk Morski



Gang einlegen unter Segel oder nicht?

Autor: Christoph Schmitz

Ulrich G. Kliegis wrote:
> On Tue, 15 May 2007 14:19:11 +0200, Matthias Heuer
> wrote in de.rec.sport.segeln:
>
>>Faltpropeller < ausgekuppelter mitdrehender Festpropeller < einen
>>Wellengenerator antreibender Probeller < festesetzter (Bremse ||
>>Kupplung ) Propeller
>
> Gibt es da womöglich auch noch Unterschiede zwischen im Vorwärts- und
> im Rückwärtsgang festgesetzten Props?

Klar, ist bestimmt was anderes, wenn er sich nicht
vorwaerts dreht, als wenn er sich nicht rueckwaerts
dreht.

> Links- und rechtsdrehenden?

Nord- und Suedhalbkugel? West- und Ostwindzonen?

Christoph



Gang einlegen unter Segel oder nicht?

Autor: Peter B?S8O2aGxtYW5u

Ulrich G. Kliegis wrote:

> On Tue, 15 May 2007 14:19:11 +0200, Matthias Heuer
> wrote in de.rec.sport.segeln:
>
>
>>Faltpropeller < ausgekuppelter mitdrehender Festpropeller < einen
>>Wellengenerator antreibender Probeller < festesetzter (Bremse ||
>>Kupplung ) Propeller
>
> Gibt es da womöglich auch noch Unterschiede zwischen im Vorwärts- und
> im Rückwärtsgang festgesetzten Props? Links- und rechtsdrehenden?
>
> Duggundwech,
> U.

Ja, gibt es.
*Niemals* im Vorwärtsgang festsetzen. Die Kupplungen können (werden)
durchrutschen und sich schön gleichmässig abnutzen
--
What happens if a big asteroid hits Earth? Judging from realistic
simulations involving a sledge hammer and a common laboratory frog,
we can assume it will be pretty bad. --- Dave Barry



Gang einlegen unter Segel oder nicht?

Autor: Ulrich G. Kliegis

On Tue, 15 May 2007 20:40:57 +0200, Christoph Schmitz
wrote in de.rec.sport.segeln:


>Klar, ist bestimmt was anderes, wenn er sich nicht
>vorwaerts dreht, als wenn er sich nicht rueckwaerts
>dreht.
>
>> Links- und rechtsdrehenden?
>
>Nord- und Suedhalbkugel? West- und Ostwindzonen?

Am besten, man baut das Schietding ganz ab.

Gruß,
U.



Gang einlegen unter Segel oder nicht?

Autor: allinger@brain.net (Wolfgang Allinger)

On 16 May 07 at group /de/rec/sport/segeln in article
(Friedrich Ostertag) wrote:

>Tobias Crefeld wrote:
>>> ... denn vor allem ist der Schleppwiderstand einer drehenden
>>> Schraube groesser als der einer feststehenden, was bremst.
>>
>> Einfach mal ausprobieren: Das Gegenteil ist der Fall, wenn auch kaum
>> meßbar. Alles andere wär auch unlogisch.

>Nicht immer ist alles so, wie es logisch erscheint. Bei
>Schiffspropellern habe ich zwar keine Daten, aber bei Flugzeugen ist
>es eine bekannte Tatsache, dass ein "windmilling prop" signifikant
>mehr Luftwiderstand erzeugt als ein stehender. Physikalisch ist es so,
>dass bei drehendem Propeller eine Anströmung des Profils besteht, die
>wie an einer Turbine Kraft vom Fluid auf die Schaufel bzw. das
>Propellerblatt überträgt. Diese Kraft kann ohne weiteres größer sein
>also die Widerstandskraft bei abgerissener Strömung.

Danke, tut mir gut: für die sinngemäß gleiche Antwort bin ich hier vor
langer Zeit schon mal heftig angepisst worden :-)

Oder auch: ein Hubschrauber in Autorotation (holt die Energie aus der
Luft) kann noch einigermassen sicher landen. Mit stehendem Rotor fällt
er wie ein Stein vom Himmel, da deutlich weniger weniger Widerstand.

Saludos Wolfgang
--
Meine 7 Sinne:
Unsinn, Schwachsinn, Blödsinn, Wahnsinn, Stumpfsinn, Irrsinn, Lötzinn.
Wolfgang Allinger Paraguay reply Adresse gesetzt !
VoIP 02173 / 99 39 209 ca. 15h00..21h00 MEZ



Gang einlegen unter Segel oder nicht?

Autor: Hartmut Schenke

Wolfgang Allinger schrieb:

[...]

> Oder auch: ein Hubschrauber in Autorotation (holt die Energie aus
> der Luft) kann noch einigermassen sicher landen. Mit stehendem Rotor
> fällt er wie ein Stein vom Himmel, da deutlich weniger weniger
> Widerstand.

Ein lobenswerter und überzeugender Hinweis.

Gruß
Abdul



Gang einlegen unter Segel oder nicht?

Autor: allinger@brain.net (Wolfgang Allinger)

On 17 May 07 at group /de/rec/sport/segeln in article
(Hartmut Schenke) wrote:

>Wolfgang Allinger schrieb:
>
>[...]

>> Oder auch: ein Hubschrauber in Autorotation (holt die Energie aus
>> der Luft) kann noch einigermassen sicher landen. Mit stehendem Rotor
>> fällt er wie ein Stein vom Himmel, da deutlich weniger weniger
>> Widerstand.

>Ein lobenswerter und überzeugender Hinweis.


Da fällt mir auch noch ein Gedankenexperiment für mitlaufende Schraube
samt Wellengenerator ein: Die Energie, die der Generator ins Stromnetz
einspeist, wird ja auch der Bewegung des Kahnes entzogen. Wenn man nun
die Welle festsetzt, gibt der Generator nichts mehr ab und an der
Feststellvorrichtung wir auch keine Energie abgegeben, also muss der
Gesamtwiderstand des Schiffs abnehmen und es somit schneller werden, da
die Windkraft die gleiche ist.

Eine lose mitklonkernde Schraube müsste demnach wie ein Generator ohne
Einspeisung ins Netz sein, also rel. kleiner Widerstand. Ob der dann
geringer, als stehende Propeller ist? Eigentlich ja, aber vermutlich
spielen da noch andere Schmutzeffekte mit, wenn eben nur (in Hinblick
auf Wellengenerator bzw. Hubschrauber) wenig Energie der Strömung
entzogen wird. Somit wage ich den Fall nicht gedanklich zu entscheiden.
In der Strömungstechnik gibbet einfach zuviele Nebeneffekte. Ich wurde
auf Versuche bei den Göttinger Versuchsanstalten im 3. Reich
hingewiesen, die für Flugzeug-Propeller je nach Konfiguration und
Auslegung des Gesamtsystems eben nicht immer eindeutig entscheiden
konnten. Halt ein Problem u.a. mit dem Re-Zahlenbereich. Mit
Verstellpropellern ist die Segelstellung eindeutig im Vorteil. Ich
schätze mal, Schiffe sind wg. der höheren kinematischen Zähigkeit von
Wasser wohl immer in einem rel. hohen Re-Zahlbereich.

Naja, Versuch macht kluch: 2 gleiche Yachten hintereinander her, eine
mit festgesetztem Prop, die andere mit losem, nach einiger Zeit tauschen
von fest auf lose sollte ein Ergebnis bringen.

Saludos Wolfgang
--
Meine 7 Sinne:
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Wolfgang Allinger Paraguay reply Adresse gesetzt !
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Gang einlegen unter Segel oder nicht?

Autor: Ulrich G. Kliegis

On 17 May 2007 08:00:00 +0200, allinger@brain.net (Wolfgang Allinger)
wrote in de.rec.sport.segeln:

> Wenn man nun
>die Welle festsetzt, gibt der Generator nichts mehr ab und an der
>Feststellvorrichtung wir auch keine Energie abgegeben, also muss der
>Gesamtwiderstand des Schiffs abnehmen und es somit schneller werden, da
>die Windkraft die gleiche ist.
>
Reibung und Wirbelbildung im Wasser ändern sich dann, zumal bei
großen, großblättrigen Propellern.


Schnöde Empirie:

Wann immer ich beim Segeln bei konstanten, unböigen Windverhältnissen,
konstantem Kurs und auch sonst wenig variierenden Randbedingungen die
mitlaufende Schraube festsetze, nimmt die Geschwindigkeit innerhalb
weniger Sekunden um ca. 1/6 ab. Löse ich die Welle wieder, nimmt die
Geschwindigkeit regelmäßig wieder im umgekehrten Verhältnis zu.

Einen gegenteiligen Effekt habe ich noch nie beobachten können.


Langkieler, Prop, dreiflügelig, fest, sitzt ca. 20 cm hinter der
achteren Kielkante.

Der Autogyro-Effekt dürfte u.a. davon herrühren, daß die achsennah aus
der Fallströmung herrührende Energieeinkopplung sich achsenfern noch
auftriebsbildend auswirkt. Hubschrauberbläter haben ja nicht so einen
Twist wie Schiffspropeller.


Gruß,
U.