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Re: Ja, Re: Gang einlegen unter Segel oder nicht?

Autor: "Friedrich Ostertag"

Tobias Crefeld wrote:
>> ... denn vor allem ist der Schleppwiderstand einer drehenden Schraube
>> groesser als der einer feststehenden, was bremst.
>
> Einfach mal ausprobieren: Das Gegenteil ist der Fall, wenn auch kaum
> meßbar. Alles andere wär auch unlogisch.

Nicht immer ist alles so, wie es logisch erscheint. Bei Schiffspropellern
habe ich zwar keine Daten, aber bei Flugzeugen ist es eine bekannte
Tatsache, dass ein "windmilling prop" signifikant mehr Luftwiderstand
erzeugt als ein stehender. Physikalisch ist es so, dass bei drehendem
Propeller eine Anströmung des Profils besteht, die wie an einer Turbine
Kraft vom Fluid auf die Schaufel bzw. das Propellerblatt überträgt. Diese
Kraft kann ohne weiteres größer sein also die Widerstandskraft bei
abgerissener Strömung.

Gruß,
Friedrich



Re: Ja, Re: Gang einlegen unter Segel oder nicht?

Autor: Wilk Morski



Re: Ja, Re: Gang einlegen unter Segel oder nicht?

Autor: "Friedrich Ostertag"

Tobias Crefeld wrote:
> Friedrich Ostertag meinte:
>> Tobias Crefeld wrote:
>>>> ... denn vor allem ist der Schleppwiderstand einer drehenden
>>>> Schraube groesser als der einer feststehenden, was bremst.
>>>
>>> Einfach mal ausprobieren: Das Gegenteil ist der Fall, wenn auch kaum
>>> meßbar. Alles andere wär auch unlogisch.
>
>> Nicht immer ist alles so, wie es logisch erscheint. Bei
>> Schiffspropellern habe ich zwar keine Daten, aber bei Flugzeugen ist
>> es eine bekannte Tatsache, dass ein "windmilling prop" signifikant
>> mehr Luftwiderstand erzeugt als ein stehender.
>
> Das hat vielleicht auch andere Effekte, die mit anderen
> Rotationsgeschwindigkeiten und anderem, insbesonder komprimierbaren
> Medium zusammenhängen.

gut möglich

> Nur mal als Gegenbeispiel: Versuch mal, nen festgesetzten Propeller
> in die Erde zu drücken. Und dann dreh den Propeller beim Drücken. Wo
> ist nun der höhere Widerstand?

falsche Analogie. Die Propellerwelle dreht nur passiv. Abgesehen davon wird
dir beides kaum gelingen :-)

> Entscheidend mag sein, ob und wenn ja in welche Richtung ein wie hoher
> Gegendruck aufgebaut wird, aber das ist nun mehr geraten. Oder wie
> hoch die Fahrtgeschwindigkeit ist. Es ist ja eine ebenfalls empirisch
> belegbares Faktum, dass bei Starkwind vor Anker ein langsamlaufender
> Propeller mehr Entlastung der Ankerkette bringt als Vollgas.

Entscheidend sind die Strömungsverhältnisse am Propeller. Da spielen viele
Faktoren eine Rolle. Es mag durchaus sein, dass es bei Yachten Fahrzustände
gibt, wo eine drehende Welle weniger Widerstand erzeugt als eine
festgesetzte. Ich habe mich nur an der Formulierung "alles andere wäre auch
unlogisch" gestört und wollte aufzeigen, dass es durchaus auch umgekehrt
logisch/physikalisch richtig sein kann.

Gruß,
Friedrich