Ankern in Tidengewässern?
Hi,
Über Google bin ich auf einen Thread hier in drss gestoßen
(März 2006),
wos ums Vermuren ging. Allerdings bin ich bzgl. der Sicherheit des
Verfahrens nicht unbedingt überzeugt. Erstens hängen die Anker nicht
unbedingt in Strömungsrichtung (kenternder Strom kehrt die
Strömungsrichtung um 108° um), zweitens ist das Verfahren doch
ziemlich
aufwendig. Frage: was spricht eigentlich dagegen, beim Ankern in einer
Bucht die Yacht genau zwischen Bug und ausgebrachtem Heckanker zu legen:
<-------------Yacht---------->
Buganker Heckanker
Alternativ zum Heckanker natürlich auch eine Landleine. Ich hab das das
eine oder andere mal schon gemacht, wenn die Windrichtung nicht
eindeutig war.
Hintergrund meiner Frage ist übrigens ein Törn vor der Westküste
Schottland im Juli dieses Jahres, wos z.T. ziemlich heftig Strömung hat.
Manfred
Ankern in Tidengewässern?
Ankern in Tidengewässern?
M. Handschuher tat kund:
> (kenternder Strom kehrt die
> Str
Ankern in Tidengewässern?
M. Handschuher wrote:
> [...] Frage: was spricht eigentlich dagegen, beim Ankern in einer
> Bucht die Yacht genau zwischen Bug und ausgebrachtem Heckanker zu legen:
>
> <-------------Yacht---------->
> Buganker Heckanker
>
> Alternativ zum Heckanker natürlich auch eine Landleine.
Ich bin ja kein erfahrener Seeskipper, habe nur mal Physik studiert,
aber mir scheint das erstmal nicht wünschenswert, denn
Was hindert Wind bzw. Strom daran, quer zur Yacht zu strömen, so dass
1. eine größere Kraft zu halten ist und 2. die Leinen, Anker und
Knoten
davon ein mehrfaches halten müssen, da die Leinen nicht in Kraftrichtung
gespannt sind?
(Habe im Büro keine Seemannschaft und auch keinen ... zum nachschlagen.)
-is
Ankern in Tidengewässern?
Am Wed, 16 Jan 2008 09:48:39 +0100 schrieb Ignatios Souvatzis
:
>M. Handschuher wrote:
>
>> [...] Frage: was spricht eigentlich dagegen, beim Ankern in einer
>> Bucht die Yacht genau zwischen Bug und ausgebrachtem Heckanker zu
legen:
>>
>> <-------------Yacht---------->
>> Buganker Heckanker
>>
>> Alternativ zum Heckanker natürlich auch eine Landleine.
>
>Ich bin ja kein erfahrener Seeskipper, habe nur mal Physik studiert,
>aber mir scheint das erstmal nicht wünschenswert, denn
>
>Was hindert Wind bzw. Strom daran, quer zur Yacht zu strömen, so dass
>1. eine größere Kraft zu halten ist und 2. die Leinen, Anker und
Knoten
>davon ein mehrfaches halten müssen, da die Leinen nicht in
Kraftrichtung
>gespannt sind?
Na ja, *ganz* so wild wirds dann wohl doch nicht, weil die Tide
relativ verläßlich die Richtung (hin und zurück) einhält.
Indess : IIRC sagt die Seemannschaft dazu, man solle die Yacht um den
Anker schwojen lassen, damit sie sich immer optimal in den Strom legen
kann, ggf. auch um mehrere ausgebrachte Anker.
Soviel zur Theorie.
Was sagen die Praktiker ... ?
Gruß,
Joachim.
Ankern in Tidengewässern?
Ignatios Souvatzis wrote:
> Was hindert Wind bzw. Strom daran, quer zur Yacht zu strömen, so dass
> 1. eine größere Kraft zu halten ist und
Mangelndes Vorstellungsvermögen. Das war einfach :-)
> 2. die Leinen, Anker und Knoten davon ein mehrfaches halten müssen,
da die
> Leinen nicht in Kraftrichtung gespannt sind?
Die Leinen hindert eine begrenzte Bruchlast, die Yacht zu halten.
Begriffsverwirrung zwischen Physikern und Ingenieuren: Leinen, die nicht
in Kraftrichtung gespannt sind? Ein Ingenieur nennt das Leinen, die
nicht in Richtung der einwirkenden Lasten (alias Kräfte durch Strom und
Wind) gespannt sind; Leinen sind immer in Richtung ihrer Schnittkräfte
gespannt, denn sie können nichts als Zug übertragen. Zeit für
Mathematiker-Physiker-Ingenieur-Witze...
--
Munterbleiben
HC
<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an
Bord, Törnberichte
Ankern in Tidengewässern?
M. Handschuher schrieb:
> Hi,
>
> Über Google bin ich auf einen Thread hier in drss gestoßen
(März 2006),
> wos ums Vermuren ging. Allerdings bin ich bzgl. der Sicherheit des
> Verfahrens nicht unbedingt überzeugt. Erstens hängen die Anker
nicht
> unbedingt in Strömungsrichtung (kenternder Strom kehrt die
> Strömungsrichtung um 108° um), zweitens ist das Verfahren doch
ziemlich
> aufwendig. Frage: was spricht eigentlich dagegen, beim Ankern in einer
> Bucht die Yacht genau zwischen Bug und ausgebrachtem Heckanker zu legen:
>
> <-------------Yacht---------->
> Buganker Heckanker
Dazu mal ein Gedankenexperiment: Schleppe eine Yacht
rueckwaerts (Schleppleine da belegt, wo auch der Heckanker
belegt wuerde), dann wirst Du vermutlich feststellen, dass
sie auch bei mittig festgelegtem Ruder nicht besonders gut
der Leine folgt. Denn die Lateralflaeche befindet sich
eher achtern.
Meine Meinung (nur aus theoretischer Ueberlegung): Wenn es
richtig stroemt, sollte auf jeden Fall immer der Bug in
Stroemungsrichtung weisen.
Christoph
Ankern in Tidengewässern?
RA J. Geraedts. wrote Am 16.01.2008 12:45:
> Indess : IIRC sagt die Seemannschaft dazu, man solle die Yacht um den
> Anker schwojen lassen, damit sie sich immer optimal in den Strom legen
> kann, ggf. auch um mehrere ausgebrachte Anker.
Was imho dazu führt, daß die Yacht i.d.R. 90° zum Anker liegt,
was
dessen Haltekraft sicher nicht sonderlich zuträglich ist. Oder es gibt
da einen ganz besonderen Ankertrick (daher die Frage hier).
Ich weiß ja nicht, von welchen Strömungsverhältnissen die
Seemannschaft
ausgeht bei ihrer Annahme, aber vor der schottischen Küste ist ja nach
Geographie durchaus mit 5 kn Strom zu rechnen. Da hätte ich meinen Anker
doch ganz gerne in Stromrichtung und nicht querab.
Manfred
Ankern in Tidengewässern?
Ignatios Souvatzis wrote Am 16.01.2008 09:48:
> Was hindert Wind bzw. Strom daran, quer zur Yacht zu strömen, so dass
> 1. eine größere Kraft zu halten ist und 2. die Leinen, Anker
und Knoten
> davon ein mehrfaches halten müssen, da die Leinen nicht in
Kraftrichtung
> gespannt sind?
Abgesehen davon, daß ich in Mykonos bei BF 8 von der Seite auch schon
mal nur mit dem Heckanker an der Pier lag (der hat auch gehalten; so
schlimm ist der Einfluß des Windes also wohl nicht), wird in dem Fall
der Windanteil sicher größer wie der Stromanteil sein und ich kann
dann
immer noch herkömmlich vermuren. Wind kommt ja i.d.R. nicht plötzlich
und man kann die Situation abschätzen und sich drauf einstellen.
Manfred