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Ankern in Tidengewässern?

Autor: wolko 08@arcor.de (Wolfgang Kommerell)

M. Handschuher wrote:

> Ich weiß ja nicht, von welchen Strömungsverhältnissen die Seemannschaft
> ausgeht bei ihrer Annahme, aber vor der schottischen Küste ist ja nach
> Geographie durchaus mit 5 kn Strom zu rechnen.

Aber nicht am Ankerplatz.

> Da hätte ich meinen Anker
> doch ganz gerne in Stromrichtung und nicht querab.

Ack. Ordentlich dimensionierter Buganker, reichlich Kette, vernünftiges
Einfahren am sorgfältig gewählten Ankerplatz. Und ne Ankerwache, wenn
mit größeren Störfaktoren zu rechnen ist.

W.
--
Non disperdere il vetro nellambiente.



Ankern in Tidengewässern?

Autor: Wilk Morski



Ankern in Tidengewässern?

Autor: "M. Handschuher"

Christoph Schmitz wrote Am 16.01.2008 13:26:

> Meine Meinung (nur aus theoretischer Ueberlegung): Wenn es
> richtig stroemt, sollte auf jeden Fall immer der Bug in
> Stroemungsrichtung weisen.

Gute Argumentation! Würde bedeuten, daß man die Anker entgegengesetzt
ausbringt, aber beide am Bug fest macht. Die Ankerkette/-leine dann in
beiden Richtungen nicht komplett unter Spannung, sodaß der jeweils
unbelastete Part senkrecht nach unten geht und sich beim Schwoien nicht
mit dem Kiel/Ruder verheddert:


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Manfred



Ankern in Tidengewässern?

Autor: Christoph Schmitz

M. Handschuher schrieb:
> Christoph Schmitz wrote Am 16.01.2008 13:26:
>
>> Meine Meinung (nur aus theoretischer Ueberlegung): Wenn es
>> richtig stroemt, sollte auf jeden Fall immer der Bug in
>> Stroemungsrichtung weisen.
>
> Gute Argumentation! Würde bedeuten, daß man die Anker entgegengesetzt
> ausbringt, aber beide am Bug fest macht. Die Ankerkette/-leine dann in
> beiden Richtungen nicht komplett unter Spannung, sodaß der jeweils
> unbelastete Part senkrecht nach unten geht und sich beim Schwoien nicht
> mit dem Kiel/Ruder verheddert:
>
>
> | / |\
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> | \
> <-------------------------- \-------------------->

Ja, so wuerde ich das machen. Etwas Spielraum brauchst Du
auch, wenn der Strom seitlich stehen sollte, sonst wird
der Zug auf den Ketten zu gross (Kraefteparallelogramm).

Christoph



Ankern in Tidengewässern?

Autor: Wolfgang Broeker

Ignatios Souvatzis schrub[tm]:
> Was hindert Wind bzw. Strom daran, quer zur Yacht zu strömen, so dass
> 1. eine größere Kraft zu halten ist und 2. die Leinen, Anker und Knoten
> davon ein mehrfaches halten müssen, da die Leinen nicht in Kraftrichtung
> gespannt sind?

Du hast den Punkt genau getroffen: Die optimale Ankerstrategie hängt
immer von den zu erwartenden Strom- und Windrichtungen sowie -stärken
ab. Und jeder SKS-Prüfling weiß, dass sich Tidenströme im Allgemeinen
nicht alle 6,x Stunden schlagartig um 180° drehen, sondern dass die
Dinge komplizierter liegen.

Gruß - Wolfgang
--
*** Wat brüllt de Storm? De Minsch isn Worm! ***
*** Wat brüllt de See? n Dreck is he! ***
*** Spruch aus Nordfriesland ***
*** Wed, 16 Jan 2008 12:44 +0100 ***



Ankern in Tidengewässern?

Autor: "Peter Thoms"

Christoph Schmitz schrieb
[...]
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> Ja, so wuerde ich das machen. Etwas Spielraum brauchst Du
> auch, wenn der Strom seitlich stehen sollte, sonst wird
> der Zug auf den Ketten zu gross (Kraefteparallelogramm).

So könnte sich eine Leine um den Kiel wickeln. Genau das fand ich einmal
nicht witzig. Eine Abhilfe wären zwei knackige Reitgewichte.

Ich aber lege seitdem jeweils getrennt an Bug und Heck einen Anker und setze
das Ruder fest und gut.


Peter



Ankern in Tidengewässern?

Autor: tc-jus@myway.de (Tobias Crefeld)

RA J. Geraedts. meinte:
> Am Wed, 16 Jan 2008 09:48:39 +0100 schrieb Ignatios Souvatzis
>>
>> Was hindert Wind bzw. Strom daran, quer zur Yacht zu strömen, so dass
>> 1. eine größere Kraft zu halten ist und 2. die Leinen, Anker und Knoten
>> davon ein mehrfaches halten müssen, da die Leinen nicht in
>> Kraftrichtung gespannt sind?

> Na ja, *ganz* so wild wirds dann wohl doch nicht, weil die Tide
> relativ verläßlich die Richtung (hin und zurück) einhält.

Wenn die Anker nicht in Hauptstromrichtung ausgebracht sind, dann ist das
resultierende "verteilte Hängen" gerade wegen dem "hin und zurück" sogar
noch schädlicher, weil die Anker dann bewegt werden. Zwar nur um ca. +/-
100 Grad statt um +360 wie bei einem einzelnen Anker, aber leichter
Ausbrechen als wenn die Zugrichtung immer dieselbe bleib, können sie
deshalb trotzdem.

--
Gruss,
Tobias.



Ankern in Tidengewässern?

Autor: tc-jus@myway.de (Tobias Crefeld)

Peter Thoms meinte:
> Christoph Schmitz schrieb
> [...]
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>> Ja, so wuerde ich das machen. Etwas Spielraum brauchst Du
>> auch, wenn der Strom seitlich stehen sollte, sonst wird
>> der Zug auf den Ketten zu gross (Kraefteparallelogramm).

> So könnte sich eine Leine um den Kiel wickeln. Genau das fand ich einmal
> nicht witzig. Eine Abhilfe wären zwei knackige Reitgewichte.

Entweder Du ankerst in extrem flachen Gewässern oder das Problem liegt
eher im ungeeigneten, insbesondere im zu leichten Ankergeschirr begraben.


> Ich aber lege seitdem jeweils getrennt an Bug und Heck einen Anker und
> setze das Ruder fest und gut.

Was machst Du, wenn etwas später Strom oder Wind von der Seite kommen?
(Könnte auch heißen: was machst Du dann eben nicht, weil Du grad das Pub
visitierst? ;)

--
Gruss,
Tobias.