Wenn der Skipper auch noch ausbilden muss...
Hallo Freunde der Meere,
bestimmt keine Seltenheit - insbesondere auf Charterschiffen - dass
der Skipper w
Wenn der Skipper auch noch ausbilden muss...
Wenn der Skipper auch noch ausbilden muss...
Stefan wrote:
>bestimmt keine Seltenheit - insbesondere auf Charterschiffen - dass
>der Skipper während des Törns nebenbei noch Crewmitglieder
anlernen
>bzw. ausbilden muss.
ach nee...
>Im schlimmsten Fall - und das habe ich auch schon
>oftmals beobachten können - ist der Skipper sogar der einzige
"Könner"
>an Bord.
ja, und?
In diesen Fall wir er dafür entweder bezahlt oder er begibt sich
freiwillig in die Mühle
>Da kommt schnell Streß bei An- und Ablegemanövern oder generell
bei
>Starkwind auf.
nicht ganz
Wir gehen mal ein wenig zurück in unsere segeltechnische
Vergangenheit. Der nerfende Ausbilder und auch der nörgelnde Prüfer
wollte bei jeden noch so trivialen Manöver die Anweisungen (Kommandos)
des Bootsführers hören.
Sinn dahinter war in erster Linie, zu merken, ob datt BoFü überhaupt
wusste, was es tut[1].
>Ein nervige Situation, nicht nur für den Skipper,
nee,. nicht nervig.
Der Skipper soll entweder sauber die anfallenden Aufgaben verteilen ´-
oder einhand havarieren
>der
>bekanntermaßen eine sehr große Verantwortung trägt,
sondern auch für
>die Crew.
was bekannt ist.
Beim einer guten Crew mit guten Skipper sieht es wie folgt aus:
Alle Hände sind auf einer brauchbaren Position verteilt
(sie sind überall, in der Pantry, am Kartentisch, auf dem Klo,
...)
Alle ahnen, was kommt.
(die Ohren sind schon spitz)
Der Skipper steht im Niedergang oder der Plicht)
(Der Rudergänger ahnt, was er vorhat)
Der Rudergänger fährt seinen Streifen, der Skipper weist die Aufgaben
an - und es funktioniert...
Aber nun mal zurück zum Thema (ich dränge mal die Verkaufsabsichten
ab).
Wer mit einer Crew von Anfängern segelt, sollte ein sehr guter
Einhadsegler sein. Ohne die linken Hände sollte das Boot sicherer
sein (scnr).
Es ist die Aufgabe der BoFüs, die einzelnen Hände auf die anfallenden
Aufgaben vorubereiten. Sie müssn wissen, warum sie im Manöver was tun
müssen.
<genug vom Strom vertetzt worden, nun will ich wieder Höhe laufen>
Ich finde, diese Karten (mir bekannt als Prompt Cards div.
engl.sprachiger Orgs.) fixieren einfach Positionen, geben garantiert
nicht das Gesamtspiel wieder.
Wenn die Vordeckshand auf Zuruf "Wirf Anker" das schwere Ding
über
Bord bringt, ist die Aufgabe eigentlich abgearbeitet. Ein nice to
have für den BoFü wär es natürlich, wenn das Stück
Metall auch an
einer Leine / Kette angeschlagen wär - und das andere Ende der Leine
an Bord....
[1] Ich habe mir hier mal eine neutrale Position gegönnt
Wenn der Skipper auch noch ausbilden muss...
Stefan wrote:
> Dennoch freue ich mich über jedes Feedback.
Gerne: Lies die Charta von de.rec.sport.segeln.
--
Munterbleiben
HC
<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an
Bord, Törnberichte
Wenn der Skipper auch noch ausbilden muss...
Stefan wrote:
> Wie soll der Skipper sich um Seemannschaft und Navigation kümmern und
> dann noch Landratten ausbilden, die unter Umständen das erste Mal
> einen Kiel unter den Füßen und meistens noch keinen Theoriekurs
oder
> Ähnliches besucht haben?
Gar nicht. Und jetzt komm keiner, die triviale Lösung sei nicht
zulässig.
> Dennoch freue ich mich über jedes Feedback.
Gerne: Lies die Charta von de.rec.sport.segeln; eine Diskussion während
des Schreibens wäre hier richtig aufgehoben, wer zum Anpreisen kommt,
ist zu spät.
--
Munterbleiben
HC
<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an
Bord, Törnberichte
Wenn der Skipper auch noch ausbilden muss...
Uwe St?ckel wrote Am 04.03.2008 23:15:
> Wer mit einer Crew von Anfängern segelt, sollte ein sehr guter
> Einhadsegler sein. Ohne die linken Hände sollte das Boot sicherer
> sein (scnr).
Korrekt. Ich war schon oft mit Newbies unterwegs (aus als Ausbilder) und
bin der Meinung, daß diese Karten überflüssig sind. Ein Newbie
weiß
i.d.R. noch nicht mal, was eine Großschot ist. Ohne solches Basiswissen
kann er mit den Karten nichts, aber auch gar nichts anfangen. Wie ein
Manöver ausgeführt wird, erkläre ich vorher den Betreffenden
lieber
selbst als ihnen irgendwas zu lesen zu geben. Last not least stelle ich
die Leute auf eine Position und sag ihnen, was sie zu tun haben und daß
sie sich um nichts anderes kümmern sollen. Als Schiffsführer sollte
man
die Situation überblicken.
Manfred
Wenn der Skipper auch noch ausbilden muss...
Stefan wrote:
> Hallo Freunde der Meere,
>
> bestimmt keine Seltenheit - insbesondere auf Charterschiffen - dass
> der Skipper während des Törns nebenbei noch
Crewmitglieder anlernen
> bzw. ausbilden muss. Im schlimmsten Fall - und das habe ich auch schon
> oftmals beobachten können - ist der Skipper sogar der einzige
"Könner"
> an Bord.
Nein. Im schlimmsten Fall ist der Skipper derjenige mit dem
meisten "Können". Und trotzdem selber ein blutiger
Anfänger.
Auch das habe ich schon oft genug gesehen
> Da kommt schnell StreÃź bei An- und Ablegemanövern
oder generell bei
> Starkwind auf. Ein nervige Situation, nicht nur für den
Skipper, der
> bekanntermaÃźen eine sehr groÃźe Verantwortung
trägt, sondern auch für
> die Crew.
Wenn dabei Stress aufkommt, dann deswegen, weil nicht lang genug vorher
erklärt wurde, was los ist, welche besonderen
Umstände vorliegen und vor
allem, weil z.B. das Anlegen nicht vorbereitet wurde (Leinen liegen bereit,
Fender sind an den richtigen Plätzen etc etc etc)
Das ist dann wieder etwas, das diese Karten nicht beheben, da es ein Problem
des Skippers ist
> Wie soll der Skipper sich um Seemannschaft und Navigation
kümmern und
> dann noch Landratten ausbilden, die unter Umständen das
erste Mal
> einen Kiel unter den FÃ¼Ãźen und meistens noch
keinen Theoriekurs oder
> Ã
Wenn der Skipper auch noch ausbilden muss...
On Tue, 4 Mar 2008 12:03:48 -0800 (PST), Stefan
wrote in de.rec.sport.segeln:
>Hallo Freunde der Meere,
Wen meinst Du?
>
>bestimmt keine Seltenheit - insbesondere auf Charterschiffen - dass
>der Skipper während des Törns nebenbei noch Crewmitglieder
anlernen
>bzw. ausbilden muss.
Bestimmt keine Seltenheit, daß der Usenet-Nutzer während des Lesens
und Schreibens auch noch DAUs aus der Ursuppe der Ignoranz angeln muß.
>Im schlimmsten Fall - und das habe ich auch schon
>oftmals beobachten können - ist der Skipper sogar der einzige
"Könner"
>an Bord.
Das kommt im Usenet, Gott sei Dank, seltener vor.
>Wie soll der Skipper sich um Seemannschaft und Navigation kümmern und
>dann noch Landratten ausbilden, die unter Umständen das erste Mal
>einen Kiel unter den Füßen und meistens noch keinen Theoriekurs
oder
>Ähnliches besucht haben?
Ist er zu schwach, ist der Job nichts für ihn. Und wer sich als
Kapitän mit einer Horde Unwissender an Bord in risikobesetzte
Situationen begibt, handelt grob fahrlässig und gehört zumindest
erstmal selbst in eine Ausbildung.
Du hast, beovr Du diesen Deinen vorzitierten Satz mit Worten fülltest,
auch sicher über Deine Verantwortung als Kapitän und die Haftung
für
die Sicherheit der Dir vertrauenden Mitsegler nachgedacht. Dabei hast
Du möglicherweise übersehen, daß Dich die Verteilung obskurer
Spielkarten in keiner Weise der Pflicht enthebt, Dir jederzeit ein
Bild vom Wissensstand und Können Deiner Mitsegler zu machen, bevor Du
ihnen Aufgaben überträgst und damit das Boot, seine Besatzung und den
jeweiligen Mitsegler selbst möglicherweise Gefahren aussetzt, denen er
nicht gewachsen ist. Im Zweifel dürfte das Verteilen von Plastikkarten
keinen anerkannten Ersatz für eine eingehende Belehrung und Einweisung
einschließlcih praktischer Übungen VOR Antritt der Reise darstellen.
Gibt es auch eine Karte "Kapitän über Bord und keiner weiß
Bescheid"?
>
>Vor dem Hintergrund dieser Aufgabenstellung ist eine neue Idee
>entstanden. Die "Crew-Training-Cards". Kein Buch - damit kann man
nur
>VOR oder NACH dem Segeln etwas anfangen", sondern über 50
>seewasserfeste und UV-beständige Kunststoffkarten mit den 16
>wichtigsten Manövern, vom An- und Ablegen über Reffen bis hin zum
>Ankern.
Du willst unerfahrene Leute mit Hilfe irgendwelcher
Plastik-Spickzettel zum Reffen schicken? Potztausend.
>Außerdem sind Trimmtabellen, Checklisten u.v.m. beigefügt.
>Erschienen im CTC Maritim Verlag
>Nähere Infos unter www.cruu-traening-carz.com
Du möchtest Dir jetzt erstmal eine ganz große Blankokarte nehmen und
darauf in Blockschrift in 140 Punkt vermerken:
Ich darf im Usenet keine Werbung machen!
Die klebst Du mit doppelseitigem Teppichklebeband auf Deinen
Bildschirm. So ist sie immer zur Hand, und es passiert fürderhin kein
Blödsinn.
>
>Geeignet für alle Crews ab zwei Personen, ideal auch für
Chartercrews
>und zur Vorbereitung zur praktischen Prüfung.
Geeignet auch für marodierende DAUs, einzeln oder in Rudeln
auftretend.
>
>Ohne auf die Pauke hauen zu wollen: Ich segel mittlerweile seit 31
>Jahren und habe mehr als 5 Jahre als Segellehrer an der ADAC-
>Yachtschule gearbeitet. Die Crew-Training-Cards sind für die
>Bordpraxis bestens geeignet - und das meine ich nicht nur, weil ich
>einer der Autoren bin. Dennoch freue ich mich über jedes Feedback.
Der Hinweis auf die Tätigkeit bei diesem Club im Zusammenhang mit
Deiner Werbung hier ist mit denen abgestimmt?
Gruß,
U., seit rund 45 Jahren an verschiedenen Pinnen und mit der
Organisation der Schulung etlicher Jahrgänge vorher segelunkundiger
Kinder und Jugendlicher vertraut ...
Wenn der Skipper auch noch ausbilden muss...
Ulrich G. Kliegis schrieb:
>
> Gibt es auch eine Karte "Kapitän über Bord und keiner
weiß Bescheid"?
Klar, diese Karte nennt man auch "Arschkarte". Denn
die hat man dann gezogen...
SCNR
Christoph