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Petroleumlampenkokerfrage

Autor: Ulrich G. Kliegis

Moin,
vor Jahr und Tag hab ich mal so eine richtig schön alte Petroleumlampe
geschenkt gekriegt, Größenordnung Ankerlicht 20m-Schiff. Leider läßt
sich der Docht zur Zeit nicht mehr bewegen.

Also, bei dem guten Stück ist der Docht ein ca. 20mm breites Band, das
in einen Zylinder geführt wird, in dem er durch ein Innenrohr zu einem
kreisförmigen Querschnitt gebracht wird. Die Flamme soll normalerweise
durch Einstellen des Dochtes reguliert werden, das Rändelrad samt
Achse und innerem Transportrad sind auch vorhanden und machen
eigentlich noch einen recht frischen Eindruck, lassen sich aber
praktisch nicht bewegen, nicht weil ein lager feststitzt, sondern weil
sich der Docht im Führungsrohr nicht verschieben läßt.

Der Docht sitzt oben im Führungsrohr, da, wo er verkohlt und verklebt
ist, fest.

Und hier setzt meine Frage an: Womit löst man diesen verklebten Docht
am besten? Von unten, vom Tank her, ist er noch mit Petroleum
gesättigt. Rausprokeln? Oder mit irgendwas lösen?

Wenn nötig, kann ich ein Photo machen und einen Link dahin
bereitstellen. Aber vielleicht weiß ja jemand auch schon so eine gute
Antwort - dafür vorab schon herzlichen Dank!

Gruß,
U.



Petroleumlampenkokerfrage

Autor: Wilk Morski



Petroleumlampenkokerfrage

Autor: Patrick Kibies

Ulrich G. Kliegis wrote:

> Moin,

Tach, ich X-Poste das mal zu den Chemikern.


> vor Jahr und Tag hab ich mal so eine richtig schön alte Petroleumlampe
> geschenkt gekriegt, Größenordnung Ankerlicht 20m-Schiff. Leider läßt
> sich der Docht zur Zeit nicht mehr bewegen.
>
> Also, bei dem guten Stück ist der Docht ein ca. 20mm breites Band, das
> in einen Zylinder geführt wird, in dem er durch ein Innenrohr zu einem
> kreisförmigen Querschnitt gebracht wird. Die Flamme soll normalerweise
> durch Einstellen des Dochtes reguliert werden, das Rändelrad samt
> Achse und innerem Transportrad sind auch vorhanden und machen
> eigentlich noch einen recht frischen Eindruck, lassen sich aber
> praktisch nicht bewegen, nicht weil ein lager feststitzt, sondern weil
> sich der Docht im Führungsrohr nicht verschieben läßt.
>
> Der Docht sitzt oben im Führungsrohr, da, wo er verkohlt und verklebt
> ist, fest.
>
> Und hier setzt meine Frage an: Womit löst man diesen verklebten Docht
> am besten? Von unten, vom Tank her, ist er noch mit Petroleum
> gesättigt. Rausprokeln? Oder mit irgendwas lösen?
>
> Wenn nötig, kann ich ein Photo machen und einen Link dahin
> bereitstellen. Aber vielleicht weiß ja jemand auch schon so eine gute
> Antwort - dafür vorab schon herzlichen Dank!

Aus Erfahrung mit einer alten Bahnlaterne weiß ich, dass Petroleum an der
Luft zu einem widerlichen Schmodder werden kann. Evtl. ist dir da Ähnliches
widerfahren. Ich würde das Ganze mal mit einem Lösemittel bearbeiten
(Diesel, WD40, Ethanol, Aceton).


fup2 drss

Gruß
Patrick



Petroleumlampenkokerfrage

Autor: Uwe Hercksen

Ulrich G. Kliegis schrieb:

> Und hier setzt meine Frage an: Womit löst man diesen verklebten Docht
> am besten? Von unten, vom Tank her, ist er noch mit Petroleum
> gesättigt. Rausprokeln? Oder mit irgendwas lösen?

Hallo,

ich würde ihn rausprokeln, mit Skalpell, Bohrer etc.

Bye



Petroleumlampenkokerfrage

Autor: "Claus C. Plaass"

"Uwe Hercksen" schrieb im Newsbeitrag
news:65f23hF2cv6pbU1@mid.dfncis.de...
> ich würde ihn rausprokeln, mit Skalpell, Bohrer etc.

jo, oder prepeln oder frickeln geht auch.
wennzu ran komms, ne stabile stricknadel,
oder nen stueck federdraht mit nem widerhaken,
passend biegen, laaaangsam einfuehren,
und faser fuer faser laaangsam rausziehen.

mein alter herr hatte eine grosse petroleumlampe
mit rotglas am vormast als steuerhilfe auf kanalfahrt.
die hatte auch so nen daumbreiten doch, wie beschrieben.

manchesterhosen sollen ja durch battriesaeure zerfallen,
warum nich auch nen baumwolldoch ?

ccp



Petroleumlampenkokerfrage

Autor: Ulrich G. Kliegis

On Tue, 1 Apr 2008 19:54:06 +0200, "Claus C. Plaass"
wrote in de.rec.sport.segeln:


>manchesterhosen sollen ja durch battriesaeure zerfallen,
>warum nich auch nen baumwolldoch ?

Wiel dann de missingsche Mechonick glieks mit förgammeln deiht.

Ne ole Häkelnodel wär förwiss wat goot.

Gruß,
U.



Petroleumlampenkokerfrage

Autor: Ulrich G. Kliegis

Herzlichen Dank allen Ratschlägern. Ich werde den offensichtlich
verkohlten und verklumpten oberen Teil des Dochtes also erstmal
mechanisch wegpolken, und dann mal sinnig die anderen Vorschläge
durchprobieren.

Gunther, spricht was dagegen, den Docht mit der Zange vorsichtig nach
unten zu ziehen, wenn der obere Rand so langsam frei wird? Wott gohs
app, mast kamm daun, oder so, odr.

Gruß,
U.



Petroleumlampenkokerfrage

Autor: Frank Feger

Patrick Kibies schrieb:

> Ulrich G. Kliegis wrote:
>
>> Moin,
>
> Tach, ich X-Poste das mal zu den Chemikern.

Sinnvoll. Es gibt auch Petroleumlampenfans mit Sites im Web, dort
gibt es manchmal ein entsprechendes Forum. Vor ein paar Jahren war
http://www.petroleumlampen.de/ ganz informativ, IIRC.

<snip>

>> Und hier setzt meine Frage an: Womit löst man diesen verklebten Docht
>> am besten? Von unten, vom Tank her, ist er noch mit Petroleum
>> gesättigt. Rausprokeln?

Wenn möglich, wäre das zu bevorzugen.

> Oder mit irgendwas lösen?

Könnte man probieren, wobei man mit weniger korrosionsfördernden
Substanzen anfangen sollte. Erst Reinigungsbenzin (ich habe sehr gute
Erfahrungen mit dem von Hagebau gemacht), dann Nitroverdünnung, dann
Aceton, dann Ethanol. Lange Einwirkungszeiten, nach jedem Versuch
möglichst gut trocknen lassen. Die Reihe ist zwar so angelegt, daß
sich aufeinanderfolgende Mitglieder möglichst ineinander lösen, aber
dauern wird das schon ziemlich. Verdunsten werden die ersten drei
Lösungsmittel dagegen recht zügig.

Dichtungen dürften allerdings spätestens beim Aceton ein Problem
bekommen, deshalb wäre eine mechanische Bearbeitung meine erste Wahl.


Grüße,

F^2


--
http://astro1.physik.uni-siegen.de/users/frank/index.html