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Mal wieder: GOLF VON ADEN

Autor: Nils Ketelsen

Uwe St?ckel wrote:

> Thomas Erstfeld wrote:
>
>>Befürwortest Du jetzt Massenausrottung der Bewohner der entsprechenden
>>Küstenstreifen zur Eindämmung der Piraterie?
>
> nee, eine ebenso umfassende wie simple technische Lösung:
>
> Alle Wasserfahrzeuge werden aus der Region entfernt!

Wäre es nicht besser das Wasser abzupumpen?

Nils
--
> Es gibt da ja noch die "Chinesische Halse" bei Gaffelsegeln.

Steht die im Kamasutra?
[Heinz-Ulrich Feldges in de.rec.sport.segeln]



Mal wieder: GOLF VON ADEN

Autor: Wilk Morski



Mal wieder: GOLF VON ADEN

Autor: Joachim Reinke

Hallo Wolfgang,

> Ich habe nicht das Mindeste dagegen, auch bei bandenmäßig ausgeübter
> schwerer Kriminalität über Hintergründe nachzudenken. Aber Piraterie
> und Geiselnahme als "kulturell verankerte Eigenart" zu bezeichnen,
> das geht mir doch entschieden zu weit.

Dann spendiere ich hiermit gerne für Dich extra nochmal zwei
Ironie-Tags. Achtung - hier kommen sie:

<ironie>
<ironie/>

;-)

Joachim

--
Der Preis, den die Freiheit kostet, heißt Verantwortung.



Mal wieder: GOLF VON ADEN

Autor: hc.ahlmann@gmx.de (HC Ahlmann)

Uwe St?ckel wrote:

> Also könnte man doch Blackwater und Konsorten mit einem Auftrag auf
> Provisionsbasis ausstatten.

Der Auftrag heißt Kaperbrief und das gabs bis 1856.

> Deren Fahrzeuge fahren dann unter der Flagge der Auftraggeberstaaten
> und schreiben auf die Seite:
> "Pirateriebekämpfung im Auftrage von ..."

Das hats schon gegeben; die nannten sich Freibeuter, Korsaren,
Bukaniere, Piraten...
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/>; Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte



Mal wieder: GOLF VON ADEN

Autor: hc.ahlmann@gmx.de (HC Ahlmann)

Wolfgang Broeker wrote:

> Ich habe nicht das Mindeste dagegen, auch bei bandenmäßig ausgeübter
> schwerer Kriminalität über Hintergründe nachzudenken. Aber Piraterie
> und Geiselnahme als "kulturell verankerte Eigenart" zu bezeichnen,
> das geht mir doch entschieden zu weit.

Wenn der "Piratenversteher" so zu verstehen ist, dann war ich der
Mißversteher.

> Sicherlich ist Gegengewalt, auch wenn sie wie bei der Piraterie in
> Übereinstimmung mit dem Völkerrecht erfolgt, nicht die alleinige Lösung
> des Problems, aber ohne die Androhung massiver Konsequenzen für solche
> Verbrecher wird es ebenfalls nicht zu lösen sein.

Daccord.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/>; Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte



Mal wieder: GOLF VON ADEN

Autor: tc-jus@myway.de (Tobias Crefeld)

Wolfgang Broeker meinte:
> Tobias Crefeld schrub[tm]:

>> Erst recht ist es nicht Aufgabe von Militärs, kriminelle Aktivitäten zu
>> verfolgen oder dagegen präventiv zu werden. Dafür sind sie nicht
>> ausgebildet. Müssen sie auch nicht, weil es dafür Polizei und Justiz
>> gibt - wenn es sie gibt, was man im Dunstkreis von Dschibuti bezweifeln
>> darf.

[..]
> obwohl ich Ihnen z.T nicht mal ansatzweise zustimme, aber zur Seeräu-
> berei sind die Aussagen des Völkerrechts recht eindeutig. Auf hoher
> See und in Gewässern ohne staatliche Hoheitsgewalt ist es primär An-
> gelegenheit des Militärs, Piratenfahrzeuge aufzubringen. Dafür sind
> die Kriegsmarinen auch ausgebildet, was ich bei der Wasserschutzpoli-
> zei gegenüber schwerbewaffneten feindseligen Fahrzeugen bezweifele.
> Abgesehen davon hat eine nationale Polizei auf hoher See nichts ver-
> loren und verfügt daher auch nur über höchst begrenzte diesbezügliche
> Ressourcen.

Wenn man unter "Verfolgung krimineller Aktivitäten" primär versteht, bei
einem Piratenschiff mit der größeren Waffe draufzuhalten in der Hoffnung,
dass es sich ergibt, mag auch die Kriegsmarine über geeignetes
Instrumentarium verfügen, aber in der Regel werden sie Probleme mit der
Identifikation der "feindlichen Einheiten" haben, solange diese ein Schiff
noch nicht gekapert haben.
Hinsichtlich der Seeraumüberwachung verfügen sie mitunter sogar wirklich
über das bessere Gerät, aber dass es geeignet ist, Piraten rechtzeitig
zu identifizieren, halte ich doch für unrealistisch. Selbst die
italienische Küstenwache hatte trotz optimaler Infrastruktur immer große
Probleme in dem relativ kleinen Seegebiet um Brindisi, albanisch-
italienische Schmuggler mit ihren kleinen, hoch motorisierten Booten
aufzubringen.

Ich gehe eigentlich davon aus, dass heutzutage klassische Methoden der
Verbrechensbekämpfung und Guerillaabwehr besser gegen Piraterie
funktionieren. Da geht man davon aus, dass ein Flüchtiger sich früher oder
später wieder versorgen muss, was in diesem Fall insbesondere heißt, dass
er erstmal irgendwo anlanden muss. Umso mehr als Piraterie heute meist mit
kleinen Booten passiert, die für längere Seeaufenthalte nicht genügend
Wohnraum, Sprit, Waffen und Nahrung aufnehmen können.
Ab hier ist man primär auf kriminalistische Ermittlungen im sozialen
Umfeld der Täter angewiesen und da helfen einem weder Kapitänspatent noch
Flugabwehrgeschütz weiter, weil das doch meist an Land und in der
Landessprache stattfindet.

--
Gruss,
Tobias.



Mal wieder: GOLF VON ADEN

Autor: Wolfgang Broeker

Tobias Crefeld schrub[tm]:
> Wenn man unter "Verfolgung krimineller Aktivitäten" primär versteht, bei
> einem Piratenschiff mit der größeren Waffe draufzuhalten in der Hoffnung,
> dass es sich ergibt, mag auch die Kriegsmarine über geeignetes
> Instrumentarium verfügen, aber in der Regel werden sie Probleme mit der
> Identifikation der "feindlichen Einheiten" haben, solange diese ein Schiff
> noch nicht gekapert haben.

Es geht bei der Verfolgung darum, das Risiko der Piraten, versenkt
oder gefasst und um ihr Boot und ihre Waffen gebracht zu werden,
so groß wie möglich zu machen. Und ob bei den hier in Rede stehen-
den Gewässern wirklich ein großes Verwechselungsproblem zwischen
Schnellbooten, die mit jungen Männern, ausgerüstet mit Kalaschni-
kows und Wurfhaken, überbesetzt sind, und etwa Fischern besteht,
wage ich zu bezweifeln.

> Selbst die italienische Küstenwache hatte trotz optimaler Infra-
> struktur immer große Probleme in dem relativ kleinen Seegebiet
> um Brindisi, albanisch-italienische Schmuggler mit ihren kleinen,
> hoch motorisierten Booten aufzubringen.

Das ist eine Frage des betriebenen Aufwands, wie z.B. die Über-
wachung der DDR-Küsten bewies.

> Ich gehe eigentlich davon aus, dass heutzutage klassische Methoden der
> Verbrechensbekämpfung und Guerillaabwehr besser gegen Piraterie
> funktionieren. Da geht man davon aus, dass ein Flüchtiger sich früher oder
> später wieder versorgen muss, was in diesem Fall insbesondere heißt, dass
> er erstmal irgendwo anlanden muss. Umso mehr als Piraterie heute meist mit
> kleinen Booten passiert, die für längere Seeaufenthalte nicht genügend
> Wohnraum, Sprit, Waffen und Nahrung aufnehmen können.
> Ab hier ist man primär auf kriminalistische Ermittlungen im sozialen
> Umfeld der Täter angewiesen und da helfen einem weder Kapitänspatent noch
> Flugabwehrgeschütz weiter, weil das doch meist an Land und in der
> Landessprache stattfindet.

Damit hast Du im Grundsatz Recht, was man daran sieht, dass es z.B.
in Nord- und Ostsee keine nenneswerte Piraterie mehr gibt, aber wir
reden über Staaten wie Somalia, wo es keinerlei staatliche Infra-
struktur mehr gibt, oder über Staaten, in denen die Behörden zu
schwach, zu korrupt und zu unterfinanziert ist, um sich gegen
lokale kriminelle Machthaber durchzusetzen.

Gruß - Wolfgang
--
*** Wat brüllt de Storm? De Minsch isn Worm! ***
*** Wat brüllt de See? n Dreck is he! ***
*** Spruch aus Nordfriesland ***
*** Thu, 10 Apr 2008 06:55 +0200 ***



Mal wieder: GOLF VON ADEN

Autor: Wolfgang Broeker

HC Ahlmann schrub[tm]:
> Das hats schon gegeben; die nannten sich Freibeuter, Korsaren,
> Bukaniere, Piraten...

Eine Buchempfehlung dazu:

In "Die Geschichte der Piraterie" schildert Hans Leip "3000 Jahre
Freibeutertum", wie der Untertitel sagt. Das Buch des Dichters der
Lili Marleen hieß ursprünglich "Bordbuch des Satans", aber sowas
passt heute wohl in kein Marketingkonzept mehr. ISBN 3-491-96052-5.

Gruß - Wolfgang
--
*** Wat brüllt de Storm? De Minsch isn Worm! ***
*** Wat brüllt de See? n Dreck is he! ***
*** Spruch aus Nordfriesland ***
*** Thu, 10 Apr 2008 07:16 +0200 ***



Mal wieder: GOLF VON ADEN

Autor: Uwe St?ckel

Nils Ketelsen wrote:

>Uwe St?ckel wrote:
>
>> Thomas Erstfeld wrote:
>>
>>>Befürwortest Du jetzt Massenausrottung der Bewohner der entsprechenden
>>>Küstenstreifen zur Eindämmung der Piraterie?
>>
>> nee, eine ebenso umfassende wie simple technische Lösung:
>>
>> Alle Wasserfahrzeuge werden aus der Region entfernt!
>
>Wäre es nicht besser das Wasser abzupumpen?

Vielleicht auch eine geschlossene Treibeisdecke?
;o)