Re: Piraten vor Somalia
Joachim Reinke meinte zu "Re: Piraten vor Somalia" in
de.rec.sport.segeln:
>> Zwar dürfte es zutreffen, dass die Emden und die anderen dort
patrol-
>> lierenden Schiffe kein spezielles Mandat zur Piratenbekämpfung
haben,
>> aber wie ich vor wenigen Tagen schon schrieb, hat ein Kriegschiff auf
>> hoher See das Recht, Schiffe wegen Seeräuberei aufzubringen. Das
er-
>> gibt sich aus dem internationalen Seerechtsübereinkommen und
bedarf
>> keines besonderen Mandats.
> Das ist sicherlich richtig, aber - wie ich schon vor einigen Tagen
> vermutete - hat die Mannschaft der "EMDEN" wohl doch eine
Schulung in
> Deeskalationstechnik mitgemacht. Das hat sich hier ausgezahlt.
> Stell Dir vor, die hätten das Feuer eröffnet und nachher
hätte sich
> rausgestellt, daß eine der auf sie gerichteten Waffen gar nicht
> entsichert war! Da möchte ich nicht in der Nähe von
(beispielsweise)
> Claudia Roth stehen, wenn die das erfährt!
Tja, so kanns gehen, wenn der Stammtisch sich zu unvollständigen
Berichten den Rest selbst hinzureimt und dabei zwei Ereignisse lustig
durcheinander wirft. Sollten sich vielleicht als Freiwillige beim
amerikanischen Militär melden. Zu dem meinte eine KSK-Kommandant schon vor
Jahren, dass deren Art der Aufklärung sich doch fundamental von
Gebräuchen
der übrigen westlichen Nationen unterscheide.
Wenn da ein japanischer 4WD in der afghanischen Wüste unterwegs ist, dann
schießt ihn das US-Militär erstmal mit großem Kaliber zu Brei
und schaut
dann nach, ob da ein Zivilist oder ein Taliban drin sass. Nicht umsonst
haben die Amis die meisten Verluste durch sog. friendly fire.
Konkret handelte es sich einerseits um ein Piratenboot, dass zwar schnell,
aber kein Schnellboot im militärischen Sinne darstellt und einfach so
schnell weg war, dass es nicht mehr aufgegriffen werden konnte. Wie schon
an anderer Stelle geschrieben: 0,5 m Freibord, keine Aufbauten sind ab 3
nm Entfernung nicht mehr wirklich leicht zu finden und von Nothilfe kann
in diesem Kontext auch nicht mehr die Rede sein.
Andererseits wurde ein bewaffnetes Segelfrachtschiff (hört sich nach Dhau
an) gesichtet, dass sich nicht als Pirat betätigt hat, auch wenn OP es so
bezeichnet. Bei genauer Betrachtung sagt spiegel.de auch gar nicht, dass
es ein Piratenboot gewesen wäre.
Da es nu mal keine Piraterie darstellt, sich auf Hoher See bewaffnet zu
zeigen und die Bundeswehr kein Mandat hat, verdächtige Frachter ohne
Zustimmung der Besatzung zu entern, würde ich schon auch eine
Waffendrohung als "hinreichendes Indiz für eine Ablehnung"
hinsichtlich
einer Durchsuchung werten. :)
Allerdings kann man das Schiff verfolgen und das ist dann wohl auch
geschehen, auch wenn spiegel.de dazu nichts mehr schreibt:
http://www.tagesschau.de/ausland/bundeswehr62.html
--
Gruss,
Tobias.
Re: Piraten vor Somalia
Re: Piraten vor Somalia
> Tja, so kanns gehen, wenn der Stammtisch sich zu unvollständigen
> Berichten den Rest selbst hinzureimt und dabei zwei Ereignisse lustig
> durcheinander wirft.
Mit "Stammtisch" meinst Du sicherlich - so wie das ja gängig ist
- die
Seite, deren Argumentation durch Schlichtheit anmutig ist. Also
beispielsweise die, die vermutet, daß unter Deck ja ganz doll viele arme
hungrige Sklavenkinder sind ;-)
Oder wie war nochmal gleich "Stammtisch" definiert?
--
Der Preis, den die Freiheit kostet, heißt Verantwortung.
Re: Piraten vor Somalia
> Tja, so kanns gehen, wenn der Stammtisch sich zu unvollständigen
> Berichten den Rest selbst hinzureimt und dabei zwei Ereignisse lustig
> durcheinander wirft.
Mit "Stammtisch" meinst Du sicherlich - so wie das ja gängig ist
- die
Seite, deren Argumentation durch Schlichtheit anmutig ist. Also
beispielsweise die, die vermutet, daß unter Deck ja ganz doll viele arme
hungrige Sklavenkinder sind ;-)
Oder wie war nochmal gleich "Stammtisch" definiert?
--
Der Preis, den die Freiheit kostet, heißt Verantwortung.